Wirklich nachhaltig überzeugen konnte Roman Bürki seine Kritiker beim BVB noch nicht. Die Schwarz-Gelben wollen nach dem Karriereende von Roman Weidenfeller dennoch auf den Schweizer Schlussmann setzen. Verpflichtet werden soll nach internen Debatten wohl eine neue Nummer zwei.


Die Torwartfrage bei Borussia Dortmund scheint geklärt - zumindest was die Ausrichtung für die kommende Saison betrifft. Roman Weidenfeller ​beendet bekanntlich seine Karriere und wird Klub-Botschafter beim BVB. Die Verantwortlichen um den Sportlichen Leiter Michael Zorc mussten sich die Frage stellen, wer den Routinier künftig ersetzt.

FC Schalke 04 v Borussia Dortmund - Bundesliga

Seit 2002 beim BVB: Roman Weidenfeller hängt im Sommer die Torwarthandschuhe an den Nagel, bleibt den Borussen aber erhalten



Zur Debatte standen zwei Varianten. Zum einen dachte der BVB darüber nach, einen weiteren Schlussmann als potenzielle Nummer eins zu verpflichten, der ab Sommer mit dem aktuellen Stammkeeper Roman Bürki den Kampf um den Platz zwischen den Pfosten aufnimmt. Variante zwei sieht eine neue klare Nummer zwei vor, der die Diskussion um Bürki nicht wieder neu entfacht, aber die Qualität haben soll, den Schweizer bei Bedarf hochwertig vertreten zu können.


Gegenüber dem ​kicker offenbarte Zorc nun, dass man wohl eine Entscheidung in der Torwartfrage getroffen habe. "Intern sind wir mittlerweile ein Stück weiter", so der 55-Jährige. Heißt: Man hat sich für eine der beiden Varianten entschieden. Das Fachblatt geht davon aus, dass es Modell B sein wird - ein neuer Nummer-zwei-Keeper also.

Bestätigen wollte das Zorc allerdings nicht. Er gebe keine Wasserstandsmeldungen ab. Gut möglich, dass der BVB-Manager sich weiter alle Möglichkeiten offen halten will. Seine kolportierten Wunschkandidaten, die Bürki den Platz ernsthaft streitig gemacht hätten, sind aber wohl nicht verfügbar.​ Eintracht-Keeper Lukas Hradecky dürfte ablösefrei nach Leverkusen wechseln, sollte Bernd Leno dort den Abflug machen. Timo Horn hat sich jüngst zum 1. FC Köln bekannt. Der vielfach mit dem BVB in Verbindung gebrachte Kevin Trapp soll dagegen nie ernsthaft in Betracht gezogen worden sein.


Trapp könnte bei noch zwei Jahren Vertrag in Paris ohnehin auf einen Verbleib pochen. Bei PSG ist er aktuell zwar nur die Nummer zwei, sollte dort aber wirklich Thomas Tuchel im Sommer das Ruder übernehmen, dürfte sich der Nationalkeeper gute Chancen auf eine Rückkehr ins Tor ausrechnen. In einem Interview mit Eurosport Frankreich betonte er zuletzt, er sei "glücklich bei PSG" und verwies auf sein laufendes Arbeitspapier. 

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Michael Zorc und der BVB haben sich offenbar für Roman Bürki und gegen eine neue Nummer eins entschieden



Der BVB will nun auf die Karte Bürki setzen. Schon im vergangenen Oktober verlängerte man den Vertrag mit dem 27-Jährigen bis 2021 - mitten in der BVB-Krise, die auch dem Keeper angelastet wurde. Zu wechselhaft sind seine Vorstellungen seit seinem Wechsel 2015 im Borussen-Tor. Zu wenig Ausstrahlung besitze der Schweizer, sagen seine Kritiker.


Fakt ist, dass Bürki in der laufenden Spielzeit zwölf Mal seinen Kasten sauber hielt. Zusammen mit Bayerns Sven Ulreich Bestwert in der Bundesliga. Hinzu kamen Spiele, wie am 23. Spieltag in Gladbach, als Bürki unüberwindbar schien. Dass er drei Tage zuvor in der Europa League gegen Atalanta Bergamo patzte, zeigt allerdings das Dilemma, vor dem die BVB-Verantwortlichen stehen. Allen Anschein nach will man es mit Vertrauen lösen.