Die Nebenschauplätze um die jüngsten Spekulationen über den letztendlich ​gescheiterten Wechsel von Horst Heldt zum VfL Wolfsburg ​und einer möglichen Entlassung des derzeitigen Sportdirektors, Olaf Rebbe, spielten für Trainer Bruno Labbadia auf der heutigen Pressekonferenz keine Rolle. Der 52-Jährige konzentrierte sich voll und ganz auf die sportliche Aufgabe gegen den Hamburger SV, wird am Samstag jedoch auf bis zu drei Spieler verzichten müssen.


Die Lage in Wolfsburg ist erneut prekär: Die Mannschaft von Bruno Labbadia hat nach der 0:3-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach nur noch fünf Punkte Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze und liegt - dank der besseren Tordifferenz - punktgleich mit dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg auf dem 14. Tabellenplatz. Der kommende Gegner aus Hamburg könnte mit einem Sieg bis auf zwei Punkte an die 'Wölfe' herankommen, wodurch sich die Lage im Tabellenkeller noch einmal zuspitzen würde.


Doch für Labbadia wird die Begegnung mit dem Hamburger SV auch aus persönlicher Sicht ein besonderes Spiel. Von Juli 2009 bis April 2010 sowie von April 2015 bis Mai 2016 war der heutige Trainer des VfL Wolfsburg an der Seitenlinie für die Hanseaten tätig und sicherte dem Verein vor drei Jahren in den dramatischen Relegationsspielen gegen den Karlsruher SC den Klassenerhalt. 

Karlsruher SC v Hamburger SV - Bundesliga Playoff Second Leg

                Beim HSV erlebte Bruno Labbadia (mitte) eine emotionale Zeit


Dennoch konzentriere er sich voll und ganz auf seine derzeitige Arbeit in Wolfsburg: "In der Zeit, in der ich für einen Verein arbeite, bin ich mit Haut und Haaren dabei. Danach kann ich das inhaltlich auch sofort trennen und brauche deshalb relativ wenig Abstand. Es ist ein gelernter Mechanismus, mich nicht mehr mit dem auseinanderzusetzen, was war – sondern mit dem, was kommt. Natürlich bewegt mich das kommende Spiel. Aber nur, weil es um uns geht und wir die Punkte natürlich gerne haben wollen", wird Labbadia auf der ​vereinseigenen Website zitiert.


Gegenüber dem HSV habe seine Mannschaft den Vorteil, dass sie den Klassenerhalt aufgrund des Vorsprungs auf die Hamburger aus eigener Kraft schaffen kann. Zwar habe er bereits vor Wochen betont, dass man "niemanden abschreiben" dürfe, doch Labbadia gab sich daher selbstbewusst: "Der Vorteil für uns ist: Es liegt an uns, ob wir den HSV herankommen lassen oder ob wir den für uns nötigen Schritt machen."


Suche nach dem Glück - Guilavogui und Didavi fraglich


Dabei hofft er auch auf das "Quäntchen Glück", das in den vergangenen Partien gefehlt habe. "Was wir zu wenig haben, sind Punkte. Das fing schon im ersten Spiel gegen Mainz an, das wir eigentlich hätten für uns entscheiden müssen. Dasselbe gilt für Schalke und Augsburg. Das sind die Punkte, die uns nun fehlen."

VfL Wolfsburg v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

     Auf Top-Scorer Daniel Didavi würde Bruno Labbadia wohl nur ungern verzichten


Doch auch im Hinblick auf die mögliche Aufstellung am Samstag ist die ein oder andere Personalie offen: "​Jos​uha Guilavogui konnte dagegen beim gestrigen leichten Training – ein Cut nach den guten drei Wocheneinheiten zuvor - mitmachen. Bei ihm steht aber noch ein Fragezeichen, was den Kader am Wochenende angeht. Daniel Didavi war nach seinem grippalen Infekt noch nicht wieder am Ball, da müssen wir abwarten, wie er sich heute fühlt."

Während Camacho nach seiner erneuten Verletzung noch nicht mit der Mannschaft habe trainieren können, ist Felix Uduokhai nach seiner Gelb-Roten Karte aus der Partie gegen den FC Augsburg wieder spielberechtigt und könnte daher wieder von Anfang an beginnen.