Der Abstieg des 1. FC Köln scheint unvermeidlich. Doch statt Trübsal herrscht in der Domstadt gute Stimmung. Der Grund: Mit Marco Höger, Jonas Hector und Timo Horn halten drei Effzeh-Stars den Geißböcken die Treue und machen Köln zum haushohen Favoriten auf den Bundesliga-Aufstieg. Doch darin lauert auch die Gefahr für den neuen FC-Trainer Markus Anfang.


​Drei H's für den Effzeh: Nach ​Marco Höger und Nationalspieler ​Jonas Hector ist auch der ​Verbleib von Torhüter Timo Horn gesichert. Das Trio will den wahrscheinlichen Weg mit dem 1. FC Köln in die Zweite Liga mitgehen. 

Die Auswirkungen auf den Klub und das Umfeld könnten größer kaum sein: Auch wenn angesichts von nur noch drei verbliebenen Spielen und acht Zählern Rückstand die Hoffnungen auf den Klassenerhalt nur noch theoretischer Natur sind - am Rhein herrscht alles andere als Untergangsstimmung. Im Gegenteil: Rund um den Effzeh ist eine regelrechte Euphorie ausgebrochen. Nun ist der Rheinländer von Natur aus begeisterungsfähig und eine Frohnatur. 


Nüchtern betrachtet ist die Treue der drei Leistungsträger aber mehr als nur ein "starkes Zeichen". Der neue Trainer Markus Anfang kann im Unterhaus auf ein stabiles Grundgerüst aufbauen. Alle drei besitzen große Qualität und machen den 1. FC Köln nicht nur wegen des Vereinsnamens, sondern auch personell zum großen Aufstiegsfavoriten in der Zweiten Liga. ​Zumal weitere Spieler ihrem Beispiel folgen könnten.


Statt sich im Abstiegs-Frust zu suhlen, kann sich Anfang zusammen mit Spielern und Fans von Beginn an voll auf die "Mission Klassenerhalt" konzentrieren. Durch die Treue der Führungsspieler dürfte dabei die Identifikation zwischen Mannschaft und Anhängern so groß wie noch nie sein. Der Effzeh stellt damit eine echte "Zweitligawalze", die viele Gegner schon vor dem Spiel vor Ehrfurcht erstarren lassen könnte.


In Liga Zwei lauern auch Gefahren


Doch im Stimmungshoch liegt auch eine große Gefahr: es könnte schnell wieder kippen. Der Druck auf Spieler und Trainer wird immens sein. Alle erwarten, dass Köln die Zweite Liga dominiert und souverän wieder in die Bundesliga aufsteigt. Mit Höger, Hector, Horn und Co. nur noch umso mehr. Es entsteht eine Erwartungshaltung, bei der die Beine schwer werden könnten. Vor allem, wenn die Ergebnisse zum Saisonauftakt nicht sofort stimmen.


Eine weitere Gefahr: Einige der etablierten Bundesligaspieler besitzen keine Zweitligaerfahrung. Im Unterhaus wird aber ein komplett anderer Fußball gespielt. Die Räume werden enger, der Fokus ist mehr auf intensive Zweikämpfe gerichtet. Die Kölner Stars müssen diesen "Kampf" sofort annehmen. Nur so kann die Qualität des Kaders auch auf den Platz gebracht werden.


Auf Markus Anfang und Sportchef Armin Veh kommen entscheidende Aufgaben zu. Anfang muss sofort ein Team formen, das seiner Favoritenrolle gerecht werden kann. Heißt: Der 43-Jährige muss den Effzeh taktisch und kämpferisch auf die Gegebenheiten in der Zweiten Liga einstellen. Für Veh bedeutet das auf der anderen Seite, dass er seinem neuen Trainer einen geeigneten Kader zur Verfügung stellt. 

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Weiß wie es geht: Simon Terodde schaffte im vergangenen Jahr mit dem VfB Stuttgart die Bundesliga-Rückkehr


Neben den verbleibenden Akteuren und Routiniers wie Kapitän Matthias Lehmann, der auch in der Zweiten Liga viel Erfahrung besitzt, braucht es eine gute Mischung aus jungen Spielern und weiteren zweitligaerfahrenen Profis, die sich in den Dienst der Mannschaft stellen können. Torjäger Simon Terodde zu halten wäre dabei ein echter Meilenstein: Der hat schließlich gerade in dieser Liga seine Goalgetter-Qualitäten unter Beweis gestellt und weiß, wie man ein Team in die Bundesliga schießt.