​Robert Lewandowski hätte dem FC Bayern München am Mittwochabend ​im Champions-League-Halbfinale ​gegen Real Madrid (1:2) eine deutlich bessere Ausgangslage für das Rückspiel verschaffen können. Wenige Minuten vor dem Abpfiff ließ der Mittelstürmer allerdings die große Chance zum 2:2-Ausgleich liegen. Eine ungewohnte Abschlussschwäche, die man vom polnischen Nationalspieler bei Auftritten in der Bundesliga so nicht kennt. 


Im deutschen Fußball-Oberhaus trifft Lewandowski fast nach Belieben. Allein in den letzten drei Ligaspielen war der Angreifer fünf Mal erfolgreich und schraubte sein Konto dadurch auf 28 Treffer in die Höhe. In der Champions League lief es für den Ex-Dortmunder zuletzt allerdings nicht wirklich rund. In den letzten vier K.o.-Spielen gelang dem 29-Jährigen kein eigener Treffer. Auch im Duell mit Real Madrid erwischte der Torjäger nicht seinen besten Tag. Unmittelbar vor der Halbzeitpause ließ der Angreifer eine gute Kopfballchance liegen. 

In der Schlussphase wurde der Rechtsfuß vom eingewechselten Corentin Tolisso wunderbar in Szene gesetzt und tauchte frei vor Keylor Navas auf, schob den Ball jedoch am Tor der Madrilenen vorbei. ​"Das sind normalerweise Tore", monierte Cheftrainer Jupp Heynckes im ZDF-Studio. Experte Oliver Kahn ging mit dem Angreifer hart ins Gericht. "Ich sehe ihn in diesen Spielen zu wenig", betonte der ehemalige Bayern-Kapitän. "Cristiano Ronaldo hat in dem einen oder anderen Spiel das eine oder andere entscheidende Tor erzielt. Lewandowski wird dem Status in diesen Spielen, denen er gerecht werden will, einfach nicht gerecht", kritisierte Kahn. 

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Robert Lewandowski (m.) wird von Sergio Ramos (l.) unsanft gestoppt


Damit hat der 'Titan' den Nagel auf den Kopf getroffen. 'Lewy' zeigt sich in der Champions League längst nicht so treffsicher wie in der Bundesliga und lässt auf internationaler Bühne mehr Chancen aus. Im Rückspiel müssen die Bayern vor dem gegnerischen Tor deutlich abgezockter sein, wenn der Einzug ins Finale noch geschafft werden soll. Dafür brauch der deutsche Rekordmeister wohl einen Lewandowski in "Bundesliga-Form". In Madrid muss der polnische Nationalspieler zeigen, dass er auch in wichtigen Partien den Unterschied ausmachen kann.