​Das gestrige ​Champions-League-Halbfinale zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid war ein echter Kampf. Bemühte Bayern spielten sich viele Chancen heraus, doch am Ende triumphierte die Mannschaft von Zinedine Zidane. Wir werfen einen Blick darauf, wie Real Madrid den FC Bayern bezwingen konnte.


Eine unnötige Niederlage für die Mannschaft von Jupp Heynckes. Der FC Bayern war in der Allianz Arena die klar dominierende Mannschaft und 60 % Ballbesitz, zehn Ecken, 29 Flanken sowie 17 Schüsse sprechen für sich. Am Ende stand es jedoch 2:1 aus Sicht der Gäste. Real Madrid zeigte keine gute Vorstellung, doch gewinnt wie so oft seine wichtigen Partien wenn es drauf ankommt. 


Toni Kroos mit viel Defensivarbeit

Der deutsche Nationalspieler kam offensiv kaum zur Entfaltung und war gezwungen, seinem Team defensiv viel auszuhelfen und dies tat er auch. Kroos war stets bemüht, das Mittelfeld der Bayern zu stören und klebte regelrecht wie eine Fliege an James Rodriguez. Dies erschwerte es dem Kolumbianer voll zur Entfaltung zu kommen, was sich am Ende für Real Madrid auszahlte.

Real Madrid mit hohem Pressing 

Nicht nur Toni Kroos, auch die restliche Mannschaft von Madrid musste sehr viel gegen den Ball arbeiten. Zinedine Zidane wusste, dass dies keine leichte Aufgabe wird und in der ersten Hälfte fand dies auch nicht wirklich statt. Nach dem Seitenwechsel setzte seine Mannschaft diesen Plan aber mehr und mehr in die Tat um. Seine Spieler agierten mit viel Pressing und zeigten sich kämpferisch. Schön anzuschauen war dies zwar nicht, aber das Ergebnis spricht für sich und in einem Wettbewerb wie der Champions League zählt jedes Tor und jeder Sieg, egal welcher Natur er auch sein mag.

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Eiskalte Chancenverwertung

Auch dies ist in der höchsten Spielklasse des internationalen Fußballs unabdingbar, wenn man die Champions League gewinnen möchte. Bayern war das aktivere Team, erspielte sich mehr Chancen, aber konnte diese nicht verwerten. Real war mehr mit Defensivarbeit beschäftigt, aber gewann die Partie. Der erste Treffer der Madrilenen verdeutlicht dies umso mehr. In einer Phase, in der Bayern klar überlegen war, war es eine der wenigen Chancen, die Marcelo kurz vor der Pause eiskalt nutzte. Nach dem Seitenwechsel agierte Real wie bereits erwähnt sehr defensiv und wartete auf Fehler - und dieser kam auch. Rafinha spielte unter Druck einen Fehlpass in die Füße des eingewechselten Asensio, welcher dann die Überzahlsituation eiskalt ausnutzte, um sein Team in Führung zu bringen. 

Drei Spieler an Ribery

"Vazquez spielte ein fantastisches Spiel. Er arbeitete hart und beendete die Partie sogar als Rechtsverteidiger. Mit Hilfe von Modric war er sogar in der Lage, Ribery zu kontrollieren", so Zidane. Vazquez spielte zwar nicht unbedingt ein brillantes Spiel, aber er tat was ihm und seinen Mitspielern aufgetragen wurde: "Versucht, die gefährlichen Spieler gleich mit mehreren Spielern zu decken." In diesem Fall wurde Franck Ribery oftmals zu dritt angegangen, um ihn aus der Partie zu nehmen. Dass der Franzose jedoch immer noch von Weltklasseformat ist, beweisen die gefährlichen Torchancen, die er sich trotz dreifach Bewachung immer wieder heraus spielte. 


Nach Abpfiff hieß der Sieger jedoch Real Madrid. Der FC Bayern wird sich aufgrund von Chancenhoheit und einer bemühten Leistung über eine unnötige Niederlage ärgern, während sich Madrid zwar nicht unbedingt schön, aber unglaublich effizient und kämpferisch am Ende durchsetzen konnte.