Noch am Donnerstag soll der Wechsel von Hannover-Manager Horst Heldt zum VfL Wolfsburg fixiert werden. 96-Boss Martin Kind verhandelt mit den Wölfe-Verantwortlichen offenbar schon über die geforderte Ablösesumme. Trainer André Breitenreiter zeigte sich vor der Hoffenheim-Partie genervt vom Heldt-Hick-Hack und auch über die Spannungen zwischen Fans und Klubboss Kind. Die Gesamtsituation stimme ihn nachdenklich.


​Eigentlich sollten bei Hannover 96 alle zufrieden sein - eigentlich. Nach der gelungen Bundesliga-Rückkehr spielt 96 eine stabile Saison und hat mit 36 Punkten drei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt so gut wie sicher.


Doch die Realität in der niedersächsischen Hauptstadt sieht anders aus: Frust allenthalben. Der schwelende Konflikt zwischen Klubboss Martin Kind und den Hannover-Ultras schwebt schon die komplette Saison wie ein Damoklesschwert über die HDI-Arena. Kind will den Verein komplett übernehmen, die Anhänger reagieren mit Stimmungsboykott.


Das Theater um Manager Horst Heldt kommt noch dazu. Zunächst wollte der 48-Jährige den Klub in Richtung Köln verlassen, nun ​plant er offenbar seinen Abschied nach Wolfsburg. Mit den Wölfen hat er sich nach Sportbuzzer-Informationen am Mittwoch getroffen - gemeinsam mit seiner "rechten Hand" Gerhard Zuber, dem Sportlichen Leiter von 96. Statt Geschäftsführer in Hannover zu werden plant Heldt nach dem Machtgerangel mit Kind wohl seinen Abflug in die Autostadt, wo ihm deutlich mehr Kompetenzen und finanzielle Mittel zugesichert werden würden.


Wie die Bild berichtet, könnte Heldt schon am Freitagabend gegen Hoffenheim (20.30 Uhr) schon nicht mehr auf der Hannover-Bank sitzen. Der Wechsel solle noch heute über die Bühne gehen, 96-Boss Kind und VfL-Aufsichtsratschef Frank Witter seien telefonisch verabredet, um sich über eine Ablöse für das Gespann Heldt und Zuber zu einigen.

Droht 96 der Supergau? Breitenreiter von Situation genervt


Mittendrin in dem ganzen Hick-Hack steht Trainer André Breitenreiter. Auch um ihn gab es schon Gerüchte, ​Eintracht Frankfurt hätte ihn als Kovac-Nachfolger ins Auge gefasst. Fakt ist, sein Vertrag läuft noch bis 2019. Fakt ist aber auch, dass der 44-Jährige genervt ist von der aktuellen Situation. "Ich möchte schon sagen, dass mich natürlich die Gesamtsituation, wie sie auch das ganze Jahr war, nachdenklich stimmt. Das möchte ich nicht verhehlen, das ist schon klar“, sagte Breitenreiter auf der Pressekonferenz am Mittwoch.

Er möchte zunächst den Klassenerhalt auch rechnerisch "aus eigener Kraft" sicher machen. "Dann handeln wir, wie wir es nach jeder Saison gemacht haben: Wir analysieren, reflektieren, man bespricht sich mit seinen engsten Vertrauten. Das werden wir diesmal genau so handhaben. Dann ist jeder für sich selbst, Entscheidungen zu treffen. Das steht dann auch jedem selbst zu“, erklärte er. 

Kommen Schmadtke und Schlaudraff?


Horst Heldt war beim obligatorischen Pressegespräch im Übrigen nicht anwesend. "Damit Fragen zu seiner Person nicht die sportlichen Themen überlagern. Zu dem Thema gibt es nichts neues", teilte der Verein mit. Neuigkeiten hat allerdings der kicker parat. Der schreibt, J​örg Schmadtke könnte der potenzielle Heldt-Nachfolger werden und ein altbekanntes Gesicht mitnehmen. Ex-96-Profi Jan Schlaudraff soll dann ins Schmadtke-Team integriert werden, heißt es weiter. Erste Gespräche sollen bereits geführt worden sein.

Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz wollte sich Breitenreiter nicht an den heldt-Spekulationen beteiligen und erklärte, dass das Verhältnis zum Noch-96-Manager intakt sei. "Horst Heldt und ich arbeiten sehr harmonisch zusammen. Wir waren in den letzten Tagen gemeinsam mit Gerhard Zuber in Sachen Kaderplanung unterwegs“, berichtete der 44-Jährige. Ohnehin habe Heldt ihm "nie das Gefühl gegeben, nicht mit dem Herzen in Hannover zu sein. Er hängt auch emotional an 96.“ Offenbar nicht emotional genug.