Die Zeit von Antonio Conte beim FC Chelsea neigt sich weiterhin dem Ende zu. Nach der bislang enttäuschenden Saison steht der ​Italiener vor dem Aus, weshalb im Sommer ein erneuter Neuanfang bei den 'Blues' ansteht. Doch möglicherweise liegt die Ursache seines Scheiterns darin, was auch seinem potentiellen Nachfolger Probleme bereiten könnte: Der FC Chelsea will auch in der kommenden Transferperiode ein kleineres Budget für neues Spielermaterial zur Verfügung stellen.


Bereits vor Saisonbeginn beklagte sich Conte über mangelndes Geld für weitere Verstärkungen. Zwar investierte der FC Chelsea im vergangenen Sommer knapp 204 Millionen Euro in neue Spieler, doch den sechs Neuzugängen standen neun Abgänge gegenüber. Wie der ​Evening Standard berichtet, prophezeihte Conte schon damals, dass seine Mannschaft aufgrund der mangelnden finanziellen Unterstützung und der daraus resultierenden fehlenden Verstärkung nach der Meisterschaft im vergangenen Jahr keinen Platz in den Top Vier erreichen werde.


Bis dato sollte der 48-Jährige mit seiner Einschätzung Recht behalten: Nach 34 Spieltagen liegen die 'Blues' mit 63 Zählern auf dem fünften Tabellenplatz und haben fünf Punkte Rückstand auf Tottenham Hotspur. In der Champions League scheiterte man im Achtelfinale, die einzig verbliebene Titelchance ist der FA Cup. Conte selbst steht vor dem Aus, doch auch sein Nachfolger wird aller Voraussicht nach nicht Unsummen in neue Spieler investieren, wie es beispielsweise Pep Guardiola in der jüngeren Vergangenheit bei Manchester City tat.

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  Antonio Conte ahnte bereits, dass seine Mannschaft in diesem Jahr kaum an die                                                     Leistungen des Vorjahres anknüpfen würde


"Chelsea hat Geld ausgegeben, aber sie wollen nicht mehr so viel Geld ausgeben", sagte der englische Journalist Jason Burt im Sommer, nachdem sich Conte öffentlich über die Transferpolitik des Vereins beschwerte. "Der Trainer ist darüber sehr traurig. Er hat gesagt, er wolle mehr Spieler, mehr und mehr Geld ausgeben. Aber Chelsea wird es nicht mehr so tun wie sie es einst getan haben, weil sie der Meinung sind, dass sich der Fußball verändert hat", wurde er im Daily Express zitiert.


Besonders der zu kleine Kader, der derzeit 24 Mann groß ist, habe Conte verärgert: "Es ist ein sehr kleiner Kader, er (Conte, d. Red.) hat viele Spieler verliehen. Er ist unglücklich mit dieser Situation, weil er die Zukunft bereits prognostizierte, als er sagte: 'Ich möchte keine Mourinho-Saison.' Aber es begann alles damit, dass Mourinho in der Saison im Community Shield gegen Arsenal verloren hat."


Geplanter Neubau der Stamford Bridge entscheidend


Das Transferbudget für den kommenden Sommer hängt dem Evening Standard zufolge von zwei Faktoren ab: Zum einen wolle man mehr auf die Vielzahl an verliehenen Spielern setzen, da allein bis zum Ende dieser Saison 18 Spieler an andere Vereine verliehen sind. Könne man mit ihnen Transfererlöse erzielen, wolle man sie verkaufen, andernfalls sollen die Rückkehrer gegebenenfalls die erste Mannschaft verstärken.


Der zweite Faktor ist der Bau des neuen Stadions. Wie berichtet wird, wäge man diverse Angebote von Geldgebern ab, die den möglichen Neubau mitfinanzieren. Demnach könne man, je nach Angebot, zwischen 340 und 455 Millionen Euro bis hin zu 970 Millionen Euro für die neue Stamford Bridge, deren Kosten voraussichtlich auf 1,37 Milliarden Euro steigen werden, entleihen. Diese Vorangehensweise sei ein Versuch, sich weiterhin von Roman Abramowitschs Privatvermögen unabhängig zu machen, der ohnehin nicht die vollen Kosten für den Stadionbau übernehmen wolle. 


Je nachdem, wie viel Geld der FC Chelsea durch potentielle Geldgeber einstreicht, wirke sich dies auf das Budget für den kommenden Sommer aus. Den begonnenen Sparkurs wolle man auch in Zukunft einhalten, weshalb es möglich sei, dass der kommende Trainer der 'Blues' noch weniger Geld zur Verfügung hat, als Conte im vergangenen Jahr.