Arsene Wenger deutet vor dem Europa-League-Kracher gegen Atletico Madrid an, dass sein Abschied am Saisonende nicht ganz freiwillig sei. "Der Zeitpunkt war nicht wirklich meine Entscheidung", so der Arsenal-Coach. Derweil dementierte Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick Gerüchte, er könne die Nachfolge des Franzosen antreten.


Am vergangenen Freitagmorgen verkündete der FC Arsenal die Nachricht, die bei allen Gunner-Fans hohe Wellen schlug und immer noch schlägt: Arsene Wenger wird mit Ablauf der aktuellen Spielzeit nicht mehr an der Seitenlinie der Londoner stehen. Ein Jahr vor Vertragsende und nach 22 Jahren wird der Franzose den Klub verlassen.


​Die Stimmung im folgenden Heimspiel gegen West Ham drehte sich komplett. Statt der vielen "Wenger out"-Plakate, die das Ende des stark in die Kritik geratenen Arsenal-Managers forderten, waren auf den Rängen im Emirates "Merci Arsene"-Banner zu sehen. Seine Mannschaft gewann souverän mit 4:1 und will der Trainerlegende einen würdigen Abschied bereiten. Man habe sich eingeschworen, ​Wenger zum Ende seinen ersten internationalen Titel zu bescheren, hieß es aus Mannschaftskreisen.

Am Donnerstag soll der Grundstein dafür gelegt werden. Im Halbfinal-Hinspiel der Europa League (21.05 Uhr) empfangen die Gunners Mitfavorit Atletico Madrid. Auch deshalb habe Wenger in den vergangenen Tagen nicht viel über seine Entscheidung nachgedacht, wie er auf der Pressekonferenz am Mittwoch versicherte. "Ich bin fokussiert auf das morgige Spiel", so der 68-Jährige.

Über die Gründe seines vorzeitigen Abschiedes ging er schon am Rande der West-Ham-Partie ein. Das Image des Klubs habe unter der ständigen Kritik an seiner Person gelitten. Die Werte der Einheit und des Respekt hätte man daher so nicht weiter aufrecht erhalten können. Dass er seinen Posten nicht ganz freiwillig räumt, wie es Klubboss Ivan Gazidis am Freitag noch darstellen wollte, deutete sich schon bei der vermeintlichen Versöhnung zwischen Wenger und dem Publikum an. 


Nun legte Wenger vor dem Atletico-Spiel nach. "Der Zeitpunkt war nicht wirklich meine Entscheidung. Über den Rest habe ich bereits gesprochen", so der Franzose kryptisch. Worte, die Spekulationen über einen erzwungenen Abschied neue Nahrung geben.


Rangnick dementiert Arsenal-Gerüchte


Die Nachfolgersuche läuft derweil auf Hochtouren. Während ​Gazidis offenbar Mikel Arteta als Nachfolger präferiert, hielten sich auch Gerüchte, ​Arsenal hätte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick auf dem Zettel. Das Dementi des 59-Jährigen folgte auf dem Fuß. Die Meldung von Sky Sports News UK sei "reine Spekulation. Wir wissen von nichts und konzentrieren uns voll auf das Saisonfinale", teilte Rangnick dem ​kicker mit.

Der ist zwar bekennender Fan von London und dem englischen Fußball. Allerdings hat er erst im vergangenen November seinen Vertrag bei RB bis 2021 verlängert. In der aktuellen sportlichen und personellen Situation hat Ragnick wohl sicherlich auch genug mit seiner Aufgabe in Leipzig zu tun. Der Vizemeister kämpft drei Spieltage vor Saisonende um die erneute Europapokal-Teilnahme, die ​Vertragsgespräche mit Trainer Ralph Hasenhüttl spitzen sich zu.