Nachdem Arsene Wenger in der vergangenen Woche seinen ​Rücktritt als Trainer des FC Arsenal im Sommer verkündete,machen sich die Verantwortlichen der 'Gunners' auf die Suche nach einem Nachfolger. Während bereits über ein vermeintliches ​Interesse an Ex-Spieler Mikel Arteta berichtet wurde, schloss die englische Times eine Verpflichtung von Bundestrainer Joachim Löw, dessen Name in internen Diskussionen gefallen sei, nahezu aus.


In den vergangenen Monaten wurde immer wieder über einen möglichen Abschied von Joachim Löw beim DFB diskutiert. Der Bundestrainer wurde im Zuge dessen vor allem mit dem ​FC Bayern München in Verbindung gebracht, er selbst ​schloss ein Engagement beim Rekordmeister aus. Auch eine ​Verpflichtung seitens Real Madrid, das ebenfalls angeblich über eine Verpflichtung Löws nachgedacht habe, scheint mehr als unwahrscheinlich.


Dennoch habe man bei Arsenal in einer Diskussion um die Nachfolge Arsene Wengers auch Joachim Löw als möglichen Trainer für die kommende Saison in Erwägung gezogen, wenngleich man von den Bedenken des 58-Jährigen wisse. Wie die Times berichtet, sträube sich Löw dagegen, im Sommer bei den 'Gunners' anzuheuern, da er die Sorge habe, nach der kommenden Weltmeisterschaft in Russland mental ausgelaugt zu sein.


Bereits nach der vergangenen Weltmeisterschaft in Brasilien im Jahr 2014 sei Löw "physisch und psychisch erschöpft" gewesen, weshalb er Zweifel hege, ob er für die Herausforderung, im direkten Anschluss an die WM den anstehenden Umbruch bei Arsenal zu vollziehen, bereit sei. Zudem plane Löw, wie bereits vor vier Jahren, nach der WM eine längere Pause einzulegen, was bei einem sofortigen Engagement in London nicht möglich sei.

Germany Victory Celebration - 2014 FIFA World Cup Brazil

      Joachim Löws größter Erfolg war der Gewinn der Weltmeisterschaft im Jahr 2014


Viele Akteure werden voraussichtlich vor dem WM-Finale am 15. Juli zum Trainingsauftakt zurückkehren, zudem beginne eine Woche später der Auftakt des 'International Champions Cup' in Singapur, bei dem man unter anderem auf Paris St. Germain und Atletico Madrid trifft. Das Vorbereitungsturnier, das in Europa, den USA und Singapur ausgetragen wird, sei für den neuen Trainer der 'Gunners' verpflichtend. Bei einem möglichen Final-Einzug der DFB-Elf hätte Löw also keine Verschnaufpause und müsste sich sofort um seinen neuen Verein kümmern.


Heißt der Favorit nun Luis Enrique?


Zwar wechselte auch Antonio Conte kurz nach der Europameisterschaft 2016, bei der er die italienische Nationalmannschaft als Trainer betreute, zum FC Chelsea, doch Löw habe unterschiedliche Ansichten. Letztmalig trainierte er eine Vereinsmannschaft von 2003 bis 2004, als er insgesamt 31 Mal als Trainer von Austria Wien auf der Bank saß. Nach 14 Jahren Abstinenz sei ihm bewusst, dass er sich lange auf seinen neuen Job vorbereiten und seinen Trainerstab sorgfältig auswählen müsse.


Alles in allem erscheint daher eine Verpflichtung von Joachim Löw unrealistisch, zumal er beim DFB noch immer bis 2020 unter Vertrag steht. Wie weiter berichtet wird, sei daher Luis Enrique, ehemaliger Trainer des FC Barcelona und Triple-Sieger 2015, die "machbarste Lösung", wenn man einen internationalen Top-Trainer verpflichten wolle. 


Weitere Kandidaten seien Diego Simeone von Atletico Madrid und Massimiliano Allegri von Juventus Turin, doch auch hier scheint es mehr reine Spekulation zu sein. Während Simeone kein Interesse habe, wolle sich Allegri aufgrund des engen Titelrennens in der Serie A voll und ganz auf den Liga-Endspurt konzentrieren. Da zuletzt auch über ein mögliches Interesse an RB Leipzigs Sportdirektor ​Ralf Rangnick berichtet wurde, wenngleich dies ebenso unwahrscheinlich erscheint, darf man daher gespannt sein, wer ab der kommenden Saison im Emirates Stadium an der Seitenlinie steht.