Florian Kohfeldt sucht seinen neuen Spielführer. In der kommenden Saison braucht der Werder-Coach einen Nachfolger des abwandernden Zlatko Junuzovic. Der künftige Kapitän werde allein von ihm bestimmt, verriet der 35-Jährige. Zum engen Kandidatenkreis zählen vier Spieler. Max Kruse scheint dabei der Favorit zu sein.


​Werder Bremen braucht in der kommenden Saison ​einen neuen Kapitän - soviel steht nach dem ​angekündigten Abschied von Noch-Spielführer Zlatko Junuzovic fest. Der 30 Jahre alte Österreicher wird Werder im Sommer nach sechs Jahren in Grün-Weiß verlassen. Wohin er ablösefrei wechselt, ließ Junuzovic noch offen.


Für die Nachfolge hat Werder-Coach Florian Kohfeldt bereits ein Quartett ins Auge gefasst. Gegenüber Mein Werder sprach der 35-Jährige über seine Entscheidungsfindung. Bis zum Ende der Vorbereitung auf die kommende Spielzeit wolle er sich demnach Zeit lassen einen der Kandidaten fest zu bestimmen. Für Kohfeldt kommen Abwehrchef Niklas Moisander, Mittelfeld-Anführer Thomas Delaney, der dienstälteste Werder-Profi Philipp Bargfrede und der aktuelle Vize-Kapitän Max Kruse infrage. "Sie haben die Persönlichkeit und die Qualität, um andere zu führen, ohne dass ihre eigene Leistung darunter leidet. Die können das", glaubt Kohfeldt.

Ein Kriterium, die der neue Mann mit der Binde erfüllen muss: Ein klares Bekenntnis zu Werder. Nach den vielen Gerüchten um Junuzovic soll rund um den künftigen Spielführer Ruhe herrschen. "Ich würde keinen Spieler zum Kapitän machen, der in der aktuellen Transferperiode Wechselabsichten äußert", betont Kohfeldt. Damit könnte Delaney bereits schlechte Karten haben. Der Däne hatte zuletzt, trotz Vertrag bis 2021, offen mit einem Wechsel in die englische Premier League geliebäugelt. 

Für Max Kruse gilt das dagegen nicht - auch wenn der Vertrag des Ex-Nationalspielers nur noch bis 2019 gültig ist. "Ich hätte kein Problem damit, dass ein Spieler Kapitän wird, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft", so der Werder-Coach. Wenn sich dieser "für die eine Saison klar zu Werder bekenne."


Kohfeldt dürfte auch deshalb wohl die kommende Sommer-Vorbereitung abwarten. Dann wird nicht nur der neue Spielführer bestimmt, sondern auch der Mannschaftsrat. Eine Abstimmung gibt es beim 35-Jährigen nicht. "Das sind schließlich Spieler, die für mich bestimmte Funktionen in der Gruppe übernehmen. Damit kann man Rollen verteilen innerhalb einer Mannschaft. Und letztendlich bin ich derjenige, der den Weg vorgibt", erklärt er.


Kruse wohl Kohfeldts Spielführer-Favorit


Man muss kein Prophet sein, um dem jetzigen Vize-Kapitän Kruse die besten Chancen auf das Amt zuzuschreiben. Spricht Kohfeldt über seinen Sturmführer, gerät er regelrecht ins Schwärmen: "Für mich ist Max ein Vorbild für das, was ich auch vorleben möchte. Nämlich, dass eine gewisse Lockerheit dazu gehören muss. Wie wir Fußball spielen wollen, hat auch etwas mit Mut zu tun. Das kannst du nicht nur mit so einer Musterschülermentalität. Du musst auch mal frech sein, wenn wir so spielen wollen."

Als Musterschüler lässt sich Kruse in der Tat nicht bezeichnen. Aus dem DFB-Team wurde er wegen diverser Eskapaden von Bundestrainer Joachim Löw degradiert. Mal polarisiert er mit Auftritten außerhalb des Platzes, mal wird sein angeblich zu hohes Gewicht medial diskutiert.


Intern sehe das aber ganz anders aus, berichtet Kohfeldt. "Ich kann nur das bewerten, was ich sehe. Seit ich Max als Cheftrainer kenne, kann ich nichts anderes sagen, als dass er extrem fokussiert auf den Erfolg ist und ein hohes Interesse daran hat, wie wir Leistung optimieren können", meint der 35-Jährige. "Wenn wir trainieren, dann trainieren wir. Wenn wir spielen, dann spielen wir. Das schätze ich so an ihm. Ich empfinde seine Mentalität als extrem gewinnbringend für die Mannschaft", lobt der Werder-Coach.