​Jupp Heynckes stand von Sommer 1997 bis Sommer 1998 als Cheftrainer für den spanischen Rekordmeister und kommenden Champions-League-Gegner des FC Bayern Real Madrid an der Seitenlinie und holte mit den "Königlichen" erstmals seit 1996 wieder den Henkelpott. Dennoch musste Heynckes die Madrilenen am Saisonende nach nur einem Jahr wieder verlassen. 20 Jahre später erklärt nun der ehemalige Real-Präsident Lorenzo Sanz die Gründe für die Trennung.


Wie der heute 74-jährige Sanz gegenüber spanischen Medien verriet, musste Heynckes trotz Gewinn der Champions League im Sommer 1998 gehen, weil er damals die Unterstützung seiner Spieler verloren haben soll. Sanz erklärte, Heynckes eine Woche vor dem Finale gegen Juventus Turin angerufen und ihn nach seinem Wohlbefinden gefragt zu haben. "Nicht gut. Ich kann nicht mit der Mannschaft", habe ihm Heynckes daraufhin entgegnet. Auch der damalige Ersatztorhüter Santiago Canizares erklärte zuletzt, dass es für Heynckes alles andere als leicht gewesen sei, mit dem Team umzugehen. Es habe im Kader "viele Gockel" gegeben "da hätte es jeder Trainer schwer gehabt". Der heutige Bayern-Coach sprach zudem von einer "unhaltbaren Situation".


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Holte mit Real Madrid 1998 erstmals nach über 20 Jahren wieder die Champions League: Bayern-Coach Jupp Heynckes



Trotz seines Abgangs im Sommer 1998 sei der gebürtige Mönchengladbacher "ein großartiger Trainer", der laut Sanz "die Champions League noch einmal gewinnen" kann. "Er war der Trainer, der die Geschichte von Madrid verändert hat", betonte auch Fernando Sanz, der Sohn des Ex-Präsidenten. Er hatte damals selbst unter Heynckes für Real Madrid gespielt. "Ab diesem Zeitpunkt hörte Real auf, ein Verlierer in Europa zu sein."


Aus diesem Grund hoffen beide nun auch, dass das heimische Estadio Santiago Bernabeu seinem Ex-Coach im Halbfinal-Rückspiel der Champions League die nötige Ehre erweist und ihm einen gebührenden Empfang in seinem alten Wohnzimmer beschert.