Nach zwei Heimerfolgen unter Christian Titz träumt man an der Elbe wieder von der erneuten Last-Minute-Rettung. Auch Ex-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. Voraussetzung seien aber drei Punkte in der Autostadt. Dann sei "alles möglich".


Der HSV zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Nach dem 1:0-Heimerfolg gegen den SC Freiburg glaubt man an der Elbe wieder an das "Wunder Klassenerhalt". Fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer hat das Team von Interimscoach Christian Titz drei Spieltage vor Bundesliga-Ende.


Dennoch herrscht in Hamburg so etwas wie eine "Mini-Euphorie". Der Grund: Am kommenden Samstag hat der Dino die Chance im direkten Duell beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) den Abstand auf zwei Zähler schrumpfen zu lassen. Drei Punkte in der Autostadt - und alles wäre wieder möglich.

Das glaubt auch der ehemalige Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Bei Sky90 sagte er am Montagabend: "So wie die Konstellation im Moment ist, ist alles möglich." Die Voraussetzung zur erneuten Last-Minute-Rettung sind für den 69-Jährigen drei Punkte beim VfL: "Es gibt keine Alternative zu einem Sieg in Wolfsburg", so Bruchhagen. Aber Vorsicht: "Gelingt das nicht, muss man mit dem Schlimmsten rechnen". Die Stimmung könnte dann schnell wieder kippen. 

Das verhindern, könnte der psychologische Vorteil der Jäger-Rolle und das Positiv-Erlebnis gegen den Sportclub. "Der HSV ist in einer Aufwärtsentwicklung - die könnte helfen", meinte er. Bruchhagen glaube an das "Phänomen der Eigendynamik des Erfolges und des Misserfolges".


Er habe beide Seiten beim HSV selbst erlebt. In der vergangenen Rückrunde sei es gut gelaufen, in der Hinserie der aktuellen Saison sei es genau das Gegenteil gewesen. Auch deshalb gebe er sich eine Mitschuld an der aktuellen Situation. "Selbstverständlich. Ich habe Entscheidungen mitgetroffen. Ich habe einfach nicht erwartet, dass es in diese Richtung gehen würde. Da hat jeder seinen Anteil dran", erklärte Bruchhagen. 


"Ich habe mich täuschen lassen durch die guten Ergebnisse der vorherigen Rückrunde. Ich glaubte, wir würden eine normale Rolle in der Liga spielen", führte er weiter aus. Seine Entlassung Anfang März habe ihn "sehr traurig gemacht". Groll hege er aber nicht. Im Gegenteil: "Ich wünsche aus ganzem Herzen, dass es der HSV noch schafft", sagte Bruchhagen. Voraussetzung ist ein Sieg in Wolfsburg.