Nach der enttäuschenden Niederlage (0:1) gegen das Tabellenschlusslicht Benevento Calcio, wird die Kritik an der Vereinsführung des AC Milan immer lauter. Auch innerhalb des Vereins ist man laut der Gazzetta dello Sport nicht zufrieden mit dem Verlauf der Saison und soll nun über die Position des Sportdirektors nachdenken.


Wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn der Erfolg ausbleibt, zeigt die Arbeit von Milans Massimiliano Mirabelli. Am Anfang der Saison wurde der „Mercato“ des siebenfachen Champions-League-Siegers noch zum Besten der ganzen Serie A deklariert und die Rossoneri feierten ihren Sportdirektor. 


Kein ganzes Jahr später kämpft der aktuell Tabellensiebte gar um die Europe-League-Teilnahme und läuft, angesichts der formstarken Konkurrenz aus Bergamo und Florenz, selbst dort Gefahr, den wenig zufriedenstellenden Wettbewerb gleichermaßen zu verpassen.


Der Mannschaft geht die Puste aus


Zahlreiche Experten sind sich einig, dass es dem Kader an Tiefe fehlt, da dieser kaum Rotationsmöglichkeiten für Trainer Gennaro Gattuso zu bieten hat. Nach einer beeindruckenden Siegesserie scheint der Mannschaft auf der Zielgeraden im Rennen um Europa die Puste auszugehen. Vor allem die zu Saisonbeginn verpflichteten Mittelstürmer Nicola Kalinic und André Silva enttäuschten auf ganzer Linie und wurden gar von Milans Eigengewächs Patrick Cutrone überflügelt.

Laut dem Mailänder Tagesblatt soll nun das Elliott Management, Geldgeber des chinesischen Investors Yonghong Li, mit dem Gedanken spielen, die Position Mirabellis neu zu besetzen, oder mit einem weiteren Sportdirektor zu ergänzen. Dies wäre ebenso ein Indiz dafür, warum die chinesische Führung den Transfer von Shakhtar Donezks Brasilianer Bernard seit wenigen Stunden blockiert.


Der Wechsel des ablösefreien Flügelflitzers wurde letzte Woche von mehreren Medien bereits als perfekt gemeldet. Der ehemalige brasilianische Nationalspieler würde bei den Lombarden mit einem Jahressalär von fünf Millionen Euro zu den Spitzenverdienern aufsteigen und könnte den ​stark umworbenen Spanier Suso ersetzen.


Sollte der norditalienische Traditionsverein das internationale Geschäft komplett verpassen, dann wird es wohl kaum Argumente mehr pro Massimiliano Mirabelli geben.