Die Zeichen verdichten sich, dass Horst Heldt zum VfL Wolfsburg wechselt. Der Hannover-Manager hat seinen Geschäftsführer-Vertrag bei 96 Anfang der Woche nicht wie geplant unterschrieben. Nun soll bereits eine Ablöseforderung stehen. Einen Nachfolger sollen die Niedersachen schon im Visier haben.


Die Hängepartie um Horst Heldt geht weiter. Eigentlich sollte der Manager von Hannover 96 "Anfang der Woche" einen neuen Vertrag unterschreiben, der ihn zum Geschäftsführer befördert und eine Gehaltsverdoppelung auf 1,6 Millionen Euro im Jahr bringen soll. Das bestätigte 96-Boss Martin Kind. Doch Heldt, dessen Vertrag in Hannover bis 2020 Gültigkeit besitzt, ließ den Termin platzen. Ohne sich wie verabredet bei Aufsichtsratchef Thomas Fischer zu melden. Er habe keine Zeit, müsse sich um Transfergespräche kümmern, hieß es.


​Wie lange der 48-Jährige das noch für Hannover 96 macht, ist fraglich. Heldt wird heftig von Nordrivale VfL Wolfsburg umworben, wo er ebenfalls Geschäftsführer werden soll. Anders als in Hannover würde Heldt in der Autostadt aber mehr Entscheidungsgewalt besitzen und über ein größeres Budget verfügen. Der VfL-Aufsichtsrat hat sich bereits mit ihm getroffen - ohne dass Heldt Hannover-Boss Martin Kind davon informiert haben soll. 

Vor den Verhandlungen mit dem 1. FC Köln war das noch anders. Damals klang Kind auch noch deutlich resoluter und schob einem Wechsel den Riegel vor. ​Nun klingt alles ein wenig anders. Kind ist verstimmt über das Vorgehen von Heldt, sagt gegenüber der Bild zwar, "es gibt keinen Plan B. Ich gehe davon aus, dass Herr Heldt bleibt", fordert von seinem Manager aber "jetzt ein klares Bekenntnis zu 96". Das Vertrauen lasse sich damit wieder aufbauen. "Ich bin da schmerzfrei", so der 73-jährige Unternehmer.

Heldts Forderung nach Entscheidungshoheit wird nicht erfüllt


Ob der das bekommt, ist nach jetzigem Stand eher unwahrscheinlich. Heldt soll auch als Geschäftsführer nicht die geforderte Entscheidungshoheit über Transfer bekommen. "Er muss die Aufgabenverteilung akzeptieren“, betont Kind. "Heldt muss sich abstimmen. Für Verträge brauchen wir auch weiter zwei Unterschriften.“ Und zwar neben der von Heldt weiterhin die von Aufsichtsrat Martin Andermatt - der Vertraute von Kind.

Die Situation scheint festgefahren. Kind bekräftigt zwar, dass ein Wechsel nur möglich wäre, "wenn wir zustimmen". Vor einem halben Jahr verhinderte er Heldts Köln-Abgang aber noch mit den Worten: "Wir sind mit seiner Arbeit hochzufrieden. Deshalb war es für uns unwiderruflich ausgeschlossen, dass Horst Heldt den Verein verlässt.“ Nun sagt der 96-Boss über das Wolfsburger Werben: "Da muss man neu nachdenken.“


Für 5 Millionen Euro nach Wolfsburg?


Die Neue Presse berichtet sogar schon von einer konkreten Ablöseforderung. Die soll sich auf fünf Millionen Euro belaufen. Neben Heldt ist dabei auch der Sportliche Leiter Gerhard Zuber mit inbegriffen. Zuber soll mit Heldt den Weg von der Landeshauptstadt in die Autostadt mitgehen. 

Ein Nachfolger für Heldt soll - zumindest kurzfristig - auch schon feststehen. Martin Andermatt könnte die Aufgaben interimsweise übernehmen, um in der heißen Planungsphase für die kommende Saison kein Vakuum entstehen zu lassen.

Der Schweizer müsste sich dann auch um den Vertrag des Trainers kümmern. Das Arbeitspapier von André Breitenreiter läuft aktuell noch bis 2019. Eintracht Frankfurt soll Interesse an einer Verpflichtung des 44-Jährigen haben. Um Klarheit zu schaffen soll Breitenreiters Vertrag im Sommer vorzeitig verlängert werden.