​Trotz einer bärenstarken Leistung von Yevhen Konoplyanka, der in der ersten Halbzeit mit einem Tor und einer Vorlage glänzte, kam der FC Schalke 04 gegen den 1. FC Köln nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Schalke-Coach Domenico Tedesco kritisierte im Anschluss an die Partie vor allem die seiner Meinung nach ​"arrogante" Spielweise, mit der es seine Mannschaft gegen in Halbzeit eins unterlegende Kölner verpasste, den Sack schon vor dem Seitenwechsel zuzumachen. Vor allem Konoplyanka, der neben seinem Tor noch zwei weitere Riesengelegenheit liegen ließ, war wohl Hauptadressat dieser Aussage. 


Auch wenn der deutsch-italienische Trainer der "Knappen" mehrere Stunden nach dem enttäuschenden Remis gegen die nun wohl endgültig abgestiegenen Kölner ein wenig zurückruderte, so scheint Yevhen Konoplyanka trotz seiner Galavorstellung in Halbzeit eins nicht gänzlich frei von jeglicher Kritik zu sein. "Das Wort arrogant klingt ein bisschen böse. Es war nicht so gemeint. Nennen wir es lieber fehlende Seriosität. Ich finde es nicht für mich schade, sondern für Schalke und für die Mannschaft, die intensiv arbeitet und sich dafür nicht belohnt", relativierte Tedesco seine Aussagen wenige Stunden nach Abpfiff. 

FC Schalke 04 v RB Leipzig - Bundesliga

Tedesco fordert mehr Seriosität von seiner Mannschaft (l., hier mit Konoplyanka)



Für Konoplyanka dürfte der Sonntagabend derweil nicht nur wegen seines Tores und seiner Vorlage für Breel Embolo noch ein wenig länger in Erinnerung bleiben. Der Ukrainer sorgte mit seinen Aktionen zwar maßgeblich für die frühe 2:0-Führung zugunsten von S04, scheiterte in der Folge aber per Distanzschuss und Heber am Pfosten bzw. FC-Keeper Timo Horn. Somit war es für den Offensiv-Allrounder insgesamt zwar ein gelungener Abend, dennoch auch einer mit Schatten, da er allein das Spiel bereits vor dem Seitenwechsel hätte entscheiden können bzw. müssen. "Konoplyanka hätte für uns zum Helden werden können. Aber die Szene in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war die Abschlussprüfung zum Helden. Das hat seine an sich gute Leistung leider ein bisschen geschmälert", schlug auch Schalke-Manager Christian Heidel in die gleiche Kerbe.


Insgesamt kommt Konoplyanka in der laufenden Saison auf 27 Pflichtspiele, stand dabei 17 Mal in der Startelf des FC Schalke 04. Insgesamt kommt der 28-Jährige auf sechs Tore und fünf Vorlagen. Auch wenn er nun wie zuletzt gegen Eintracht Frankfurt und den 1. FC Köln überzeugte, scheint man beim Ukrainer trotzdem immer noch ein wenig mehr zu verlangen. Immerhin überwies S04 im vergangenen Sommer stolze 12,5 Millionen Euro für den schnellen und dribbelstarken Flügelspieler. Sein Vertrag in Gelsenkirchen läuft noch bis Sommer 2020.