​Der RB Leipzig hat seine Chance, in der nächsten Saison auch in der Champions League spielen zu können, vertan. Die Roten Bullen unterlagen der TSG Hoffenheim am vergangenen Spieltag mit 5:2. Somit bleibt das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl auch nach dem vierten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg. Eine Serie, die Leipzig in der letzten entscheidenden Phase der Saison überhaupt nicht gebrauchen kann.


Der RB zeigte am Samstag eine durchweg schlechte Leistung und rutscht nun mit 47 Punkten auf Tabellenplatz sechs ab. Nun müssen die Leipziger sogar um die Teilnahme an der Europa League bangen. Dass Trainer Hasenhüttl und seine Spieler alles andere als guter Stimmung sind, ist verständlich. Sportdirektor Ralf Rangnick sprach nach dem Spiel das aus, was alle anderen wahrscheinlich auch dachten: "Wir haben zwei Heimspiele hintereinander gegen Mitwerber um die Champions-League-Plätze zu Hause klar verloren und allein in diesen beiden Heimpsielen neun Gegentore kassiert. Wenn du so viele Tore kassierst, kannst du natürlich nicht gewinnen." 


Nach dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim wird vielen Spielern erst das Ausmaß der hohen Niederlage bewusst geworden sein. Laut Mittelfeldspieler Diego Demme war der Samstag "ein gebrauchter Tag". "Wir hatten die Chancen zur Führung, haben diese nicht genutzt. Dann haben wir uns die ersten Gegentore quasi selbst reingehauen", ließ der 26-jährige im Interview nach dem Spiel verlauten. Doch er will nicht weiter Trübsal blasen und schaut auf die zukünftigen Spiele. "Auch wenn es abgedroschen klingt: Wir müssen das Spiel abhaken, haben nun noch drei Partien, in denen wir alles geben werden - allein schon für die Fans", so Demme weiter.

Auch ​​Mannschaftskollege Peter Gulacsi war nach dem Spiel geknickt. "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, das hat Hoffenheim bestraft. Nach der Roten Karte war das Spiel dann leider gelaufen. Unsere Fans waren großartig, haben uns auch nach dem Rückstand bis zum Schluss unterstützt. Wir haben gerade eine schwierige Phase, werden in den letzten drei Spielen aber noch einmal alles raushauen", so der 27-jährige Keeper. 

Grund für die Rote Karte war Emil Forsberg. Der 26-jährige Schwede war in der 47. Minute von Florian Grillitsch gefoult worden und hatte dann nach hinten ausgeschlagen. Für diese Aktion sah er sofort rot. Für den Leipziger eine bittere Pille. "Ich treffe meinen Gegenspieler im Lauf mit dem Arm. Allerdings hätte der Schiedsrichter schon vorher pfeifen können, weil ich extrem gehalten wurde", erklärt der Mittelfeldspieler. Im Nachhinein sah er aber ein, dass seine Aktion übertrieben war und entschuldigte sich. "Es tut mir vor allem auch für unsere Fans leid - so ein Resultat haben sie nicht verdient. Wir können uns nur für den Top-Support bedanken."

In der Pressekonferenz nach dem Spiel gratuliert Trainer Hasenhüttl der gegnerischen Mannschaft zunächst, bevor er sich dem aus seiner Sicht gescheiterten Spiel zuwandte. "Die Formation war ein Versuch, Ballgewinne zu generieren und selber das Spiel zu machen. Das Problem war, dass wir am Anfang kein Tor gemacht haben. Sonst wäre es vielleicht anders gelaufen", versucht der 50-jährige Österreicher sich zunächst zu verteidigen. Dann jedoch gesteht er, dass zu viele Fehler gemacht wurde. "Insgesamt haben wir zu viele Fehler gemacht, die dann zu den Gegentoren geführt haben. Nach dem Platzverweis war das Spiel quasi gelaufen. Die Fehler müssen wir in den nächsten Spielen abstellen, sonst haben wir da oben nichts zu suchen.“

Für die kommenden Spieltage sieht es für den RB Leipzig allerdings nicht schlecht aus, Punkte sammeln zu können. Am Sonntag treffen sie auf Abstiegskandidat Mainz 05 und am darauffolgenden Wochenende auf den VfL Wolfsburg. Falls die Mannschaft von Trainer Hasenhüttl die schmachvolle Niederlage gegen die TSG Hoffenheim bis dahin verdaut hat, stehen die Chancen für die Roten Bullen gut, wieder siegen zu können.