Werder Bremen hat die Kaufoption für Lüttich-Leihgabe Ishak Belfodil nicht gezogen. Ein Verbleib des algerischen Nationalspielers an der Weser schloss Frank Baumann dennoch nicht aus. Der Werder-Manager will die Ablöse für den Offensiv-Allrounder neu verhandeln und hofft wohl den Preis drücken zu können.


​Trotz der ​0:2-Pleite in Stuttgart kann Werder Bremen für die neue Bundesligasaison planen. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationarang - rechnerisch ist der Abstieg zwar noch möglich, faktisch kann nach menschlichem Ermessen aber nichts mehr passieren, zumal es mit dem HSV beim VfL Wolfsburg und Köln in Freiburg am nächsten Wochenende zu zwei direkten Abstiegsduellen kommt.


Manager Frank Baumann kann also die Kaderplanung voll und ganz auf das Oberhaus ausrichten. Erste personelle Entscheidungen sind wohl bereits gefällt worden: ​Kapitän Zlatko Junuzovic wird Werder am Saisonende aller Voraussicht nach ablösefrei verlassen.

Wie es mit Ishak Belfodil weitergeht ist dagegen offenbar doch nicht so klar wie noch vor dem Wochenende vermeldet wurde. ​Bremen hat zwar die mit Stammverein Standard Lüttich vereinbarte Kaufoption nicht gezogen, ein Verbleib des algerischen Nationalspielers ist damit aber nicht gänzlich ausgeschlossen. 6,5 bis sieben Millionen Euro hätte Werder an den belgischen Spitzenklub zahlen müssen.


In Belgien war die Rede von einer Widerspruchsklausel, die Belfodil bereits im November 2017 gezogen haben soll, nach der das Vorkaufsrecht von Werder nichtig wurde. Damals waren beide Seiten noch unzufrieden. Der 27-jährige Offensiv-Allrounder kam häufig nur als Joker zum Zug und konnte lediglich einen Ligatreffer bis zum Jahresende markieren. In der Rückrunde läuft es nun etwas besser, immerhin drei Tore und eine Vorlage sprangen heraus.


Poker um Offensiv-Allrounder beginnt


Auch deshalb bestätigte Baumann nach dem Spiel in Stuttgart, dass Belfodils Verbleib noch nicht vom Tisch sei: "Wir haben uns geeinigt, nicht die Kaufoption zu ziehen, was nicht heißt, dass er nicht nächste Saison bei uns spielt. Wir sind mit ihm sehr zufrieden und haben Interesse an ihm“, so Werders Sportchef. "Wir fühlen uns jetzt in einer besseren Verhandlungsposition“, meinte Baumann weiter.

Klar ist, die Hanseaten wollen versuchen Belfodil für eine deutlich geringere Ablöse zu halten. Ob das gelingt bleibt aber sehr fraglich. Zum einen soll es bereits Interesse von mehreren europäischen Klubs geben, zum anderen könnte Belfodil gewillt sein, bei einem anderen Klub mehr Spielanteile zu bekommen.


13-mal Startelf und 13 Einwechslungen im grün-weißen Trikot sind ein klares Indiz für seine Rolle. Als unangefochtener Stammspieler kann sich der Algerier nicht sehen.