Der HSV fährt gegen Konkurrent Freiburg den nächsten Heimsieg ein und träumt wieder vom Klassenerhalt. Lewis Holtby in Topform lässt den Volkspark beben. Der Ex-Nationalspieler schwingt sich unter Mentor Christian Titz zum entscheidenden Spieler auf und zeigt es seinen Kritikern. 


​Unter Christian Titz ist Lewis Holtby beim HSV plötzlich wieder gefragt. Der Interimscoach setzt im Kampf um das "Wunder von der Elbe" auf den zuvor aussortierten Ex-Nationalspieler, den er als Individualcoach bestens kennt.


Gegen den SC Freiburg dankte es der 27-Jährige und zahlte das Vertrauen erneut zurück. Im fünften Spiel unter Titz stand Holtby zum fünften Mal in Serie in der Startelf und erzielte mit seinem dritten Treffer in diesem Zeitraum das Tor des Tages. Durch den 1:0-Erfolg keimt an der Elbe wieder Hoffnung auf: Drei Spieltage vor Saisonende beträgt der ​Abstand auf den Sportclub und den punktgleichen VfL Wolfsburg zwar noch fünf Zähler, am kommenden Samstag (15.30 Uhr) hat der Bundesliga-Dino in der Autostadt aber die Chance, den Rückstand auf zwei Punkte zu reduzieren.

Hamburger SV v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

Vom Degradierten zum "König von Hamburg"? Lewis Holtby (2. v. r.) vollendet zum Tor des Tages und lässt den HSV von der Rettung träumen.


Holtby lässt die Rothosen von der nächsten Last-Minute-Rettung träumen - und erklärt im Anschluss die Gründe für seinen Aufschwung unter Titz. "Ich habe gerade Spaß am Fußball und bin selbstbewusst. Wenn ich das Vertrauen spüre, dann zahle ich es auch zurück." Er habe "trotz einer schweren Phase immer die Fresse gehalten und weiter professionell gearbeitet" und "möchte zeigen, dass ich ein guter Fußballer bin". Die negativen Stimmen spornen ihn dabei besonders an: "Die Zweifler und Kritiker sind dabei eine pure Motivation für mich", wird er auf der ​Vereinshomepage zitiert.


Der Sieg sei vor allem ​eine Teamleistung gewesen, an dem die Spieler und die Anhänger ihren Anteil hatten. "Wir sind stark als Mannschaft. Jeder einzelne Spieler ist wichtig und hat alles gegeben, auch wenn es mal nicht so gut lief. Auch die Fans waren heute wieder brutal. Wir sind sehr dankbar für ihre Unterstützung", sagte er zu den HSV-Anhängern. 

Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. "Wir müssen den Erfolg nun richtig einordnen. Von Erleichterung darf keine Rede sein. Nach dem Sieg gegen Schalke war die Atmosphäre gefühlt Himmel hoch jauchzend, nach dem Spiel in Hoffenheim war alles schlecht. Wir müssen jetzt ganz piano mit der Situation umgehen und in Wolfsburg etwas holen", forderte Holtby, der den HSV nun in einer guten Ausgangsposition wähnt: "Psychologisch bin ich jetzt lieber in der Rolle des Jägers als des Gejagten."