​Durch den ​2:0-Heimsieg gegen den SV Werder Bremen hat der VfB Stuttgart den Klassenerhalt gepackt. Damit konnten die Schwaben das Saisonziel nach einer Schwächephase im Dezember und Januar, der auch der Aufstiegstrainer Hannes Wolf zum Opfer gefallen war, bereits frühzeitig erreichen. Für die Zukunft hat Präsident Wolfgang Dietrich ebenfalls klare Vorstellungen.


Der VfB spielte unter Tayfun Korkut in der Rückrunde mit Sicherheit nicht den attraktivsten Fußball in der Liga, holte jedoch aus seinen Möglichkeiten punketechnisch nahezu das Optimum heraus. In elf Spielen unter der Führung des Deutsch-Türken musste man nur eine Niederlage hinnehmen und holte stolze 20 Punkte. Selbst falls in den verbleibenden drei Partien gegen die Bayern, Leverkusen und Hoffenheim nichts Zählbares mehr herausspringen sollte, hat man seinen Soll erfüllt.

So eine Leistung macht natürlich auch den Präsidenten Wolfgang Dietrich stolz. "Keiner hat sich hängenlassen, alle haben Gas gegeben. In der Kabine haben wir uns alle ruhig in den Arm genommen und gefeiert. Tayfun hat die richtigen Stellschrauben gedreht. Toll, was er geleistet hat", so der 69-Jährige nach der Partie gegenüber dem Schwäbischem Tagblatt. "Das beste Gefühl ist, dass wir nun früh Planungssicherheit haben. Wir haben die Grundlagen geschaffen, den Verein in der ersten Liga weiter zu festigen und uns zu stabilisieren. Auch finanziell sind die Mittel dafür vorhanden", so der Klub-Boss weiter.


Um sich langfristig in der Liga zu etablieren, müssen sich die Stuttgarter aber weiterentwickeln. Mit Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Nürnberg scheinen zwei namhafte Traditionsvereine in der kommenden Saison erstklassig zu spielen. Die Konkurrenz schläft also nicht und der VfB muss den eingeschlagenen Weg kontinuierlich weitergehen. Dabei kann man den Stuttgartern nur raten, Schritt für Schritt zu gehen und nicht voreilig zu ambitionierte Ziele auszurufen. Dabei dürfen sie Demut jedoch nicht mit fehlendem Mut verwechseln. Das nötige Geld ist vorhanden, nun gilt es, damit auch sinnvoll umzugehen.

In der Vergangenheit preschten Dietrich und Sportvorstand Michael Reschke mit wenig überlegt anmutenden Aussagen voraus. Dabei sprach der ehemalige Chefscout des FC Bayern München laut der Fränkischen Rundschau von der "Vision Champions League" und Dietrich erklärte, in der Liga gebe es "bestenfalls zwei Vereine", die größer sind als der VfB. Ob die beiden Steuermänner der Schwaben ihren Verein durch ihre Äußerungen nicht auf unnötig gefährliches Wasser manövrierten, darf zumindest hinterfragt werden.


Ein sinnvoller Schritt wurde jedoch auch an einer anderen Front bewerkstelligt. Mit Thomas Hitzlsperger hat ein fähiger Mann mit viel Sachverstand und Bindung zum VfB unlängst die Führung des Nachwuchsleistungszentrums übernommen. Der ehemalige Nationalspieler könnte ein wichtiger Faktor sein, um die nächste Generation von 'jungen Wilden' zu finden und es ermöglichen, diese auch langfristig an den Verein zu binden.