​Peter Stöger sorgte vor dem Top-Spiel mit einer mutigen Personalentscheidung für Gesprächsstoff. Kapitän Marcel Schmelzer stand beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen nicht einmal im Kader der Borussia. Eine Entscheidung, die wohl nicht nur sportliche Gründe hatte.


"Das war meine Entscheidung. Das ist ein sportliches Statement. Ein Kapitän ist ein normaler Spieler. Er hat in den letzten Wochen nicht die optimale Leistung abgerufen", begründete der BVB-Coach seine Entscheidung. Statt des Kapitäns mimte der etatmäßige Innenverteidiger Manuel Akanji den Außenverteidiger - und lieferte eine Leistung zum Zunge schnalzen ab.


Doch anscheinend hatte die Schmelzer-Degradierung entgegen der Aussagen von Peter Stöger nicht ausschließlich sportliche Gründe. Wie der kicker in Erfahrung gebracht haben will, war man in Dortmund mit der Körpersprache des Urgesteins nicht mehr zufrieden. Die "ratlos" und "verzweifelt wirkende" Aura, die den 30-Jährigen zuletzt umgab, sorgte dafür, dass man in Schmelzer "nicht mehr den geeigneten Chef einer nicht gefestigten Mannschaft" sah, so berichtet das Blatt.


Stellvertreter Marco Reus legte da eine ganz andere Mentalität an den Tag. Trotz persönlicher Rückschläge, wie ein Abseitstreffer und ein verschossener Elfmeter, trug sich der Linksaußen in Halbzeit zwei noch zweimal in die Torschützenliste ein und führte seine Mannschaft zum Sieg. Zudem peitschte er seine Mannen und das Publikum an, die allesamt bis an ihre Grenzen gingen. Der Auftritt der gesamten Mannschaft imponierte. Erstmals in der Saison überzeugte der BVB auf allen Ebenen. Für Marcel Schmelzer wird es daher nicht leicht, dort wieder Fuß zu fassen.