​Vizemeister RB Leipzig musste am Samstagnachmittag im Kampf um die Champions-League-Startplätze erneut einen Rückschlag hinnehmen. Vor heimischer Kulisse setzte es gegen die TSG 1899 Hoffenheim eine deutliche 2:5-Niederlage. Die Fans zeigten am Sonntagvormittag, dass sie trotz der jüngsten Misserfolge und der Differenzen zwischen zwei Fanlagern voll hinter ihrer Mannschaft stehen. 


Die Anhänger der 'Roten Bullen' hatten es zuletzt wahrlich nicht leicht. Neben dem Aus in der Europa League ​gegen Olympique Marseille (2:5 im Rückspiel) setzte es in der Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen (1:4) und die TSG 1899 Hoffenheim zwei deutliche Heimniederlagen. "Es tut mir vor allem auch für unsere Fans leid - so ein Resultat haben sie nicht verdient. Wir können uns nur für den Top-Support bedanken", erklärte Emil Forsberg nach der Pleite gegen die TSG. 


"Ich habe das Spiel nochmal reflektiert. War irgendwie Scheiße. Ich habe zuletzt den Siegeswillen nicht mehr erkannt", sagte Vorsänger Sebastian gegenüber RBliveAuf dem Nachhauseweg sei ihm dann die Idee mit einem Fanmarsch eingefallen. Rund 80 Fans sind dem Aufruf des Vorsängers gefolgt. Am Sonntagvormittag trafen sich die Anhänger, um anschließend in einem kleinen Marsch zum Trainingsplatz zu ziehen, wo für die Mannschaft lockeres Auslaufen auf dem Programm stand. 

Vorsänger Sebastian wandte sich an die rund 150 anwesenden Fans und betonte, dass der Streit zwischen den zwei Fanlagern beigelegt sei. "Wir haben miteinander gesprochen, wir haben uns wieder vertragen. Genau das ist wichtig, auch wenn wir unsere Differenzen haben. Was wir wollen, ist, dass die Mannschaft gewinnt", erklärte Sebastian, der im Anschluss zum gemeinsamen Support aufrief. "Werdet zur Legende, kämpfen bis zum Ende, für die Euroliga, RBL", war von der kleinen Tribüne zu hören. 


Nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei Cheftrainer Ralph Hasenhüttl kam die Aktion der Fans sehr gut an. "Die Fans haben ein feines Gespür dafür, dass ein junger Verein wie unserer im ersten Jahr mit der Vizemeisterschaft zwar die Sterne vom Himmel gespielt hat, im Jahr darauf aber nicht Meister wird oder die Champions League gewinnt", gab der Übungsleiter zu Protokoll. 

"Das spiegelt ihr Verhalten wider. Sie spüren, dass wir eine sehr, sehr schwere Saison spielen mit vielen Höhen und Tiefen. Diese Herausforderung müssen wir meistern und die Fans wissen, dass wir das nur zusammen können", sagte der RB-Coach. Die Aktion der Fans sei nicht selbstverständlich. 


Die Erlebnisse der vergangenen und der laufenden Saison hätten die Mannschaft und die Fans zusammengeschweißt. "Das zeichnet einen Verein aus, dass man in Situationen, wo es nicht so gut läuft, weiter eine Linie geht und positiv bleibt. Deswegen finde ich das toll", erklärte Hasenhüttl, der nach dem Training zusammen mit seinen Spielern fleißig Autogramme schrieb.