​Am Samstag musste Eintracht Frankfurt eine bitte 0:3-Niederlage gegen Hertha BSC hinnehmen. Nach der höchsten Heimpleite in dieser Saison ist die Qualifikation für die Europa League akut gefährdet. Mit der Verkündung des Abschieds von Niko Kovac geriet eine Lawine ins Rollen, die auch nicht durch den Einzug ins DFB-Pokalfinale aufgehalten werden konnte. Die Zukunft bei den Hessen scheint plötzlich wieder auf ziemlich wackeligen Füßen zu stehen.


Die Bilanz aus den letzten vier Ligaspielen spricht Bände. Die Eintracht konnte in diesem Zeitraum nur einen von möglichen zwölf Zählern holen und rutschte in der Tabelle ab. Galt vor einem Monat noch die Champions-League-Qualifikation als durchaus realistisch, erscheint nun selbst die Europa League in Gefahr. Lediglich beim 1:1-Unentschieden gegen die TSG 1899 Hoffenheim am 29. Spieltag wusste man zu überzeugen.

Das Formtief ist dabei nicht nur eine Ergebniskrise, sondern offenbarte tieferliegende Probleme bei den 'Adlern'. Lange Zeit wurde die Breite des Kaders gelobt, aber zuletzt wurde doch offensichtlich, dass nicht jeder Ausfall aufgefangen werden kann. Ohne den verletzten Angreifer Ante Rebic fehlt es der Mannschaft von Noch-Trainer Niko Kovac an Möglichkeiten in der Offensive. Wenn zudem wie zuletzt ein weiterer Leistungsträger ausfällt, ist ein deutlicher Leistungsabfall erkennbar. Beim Auswärtsspiel gegen die Bayern am kommenden Samstag müssen die Frankfurter ohne die rot-gesperrten Gelson Fernandes und Makoto Hasebe zurechtkommen. Auch ​Jonathan de Guzman fällt verletzt aus.


Ab der kommenden Saison müssen die Frankfurter ohne ihren Leitwolf Niko Kovac auskommen. Der Kroate, den es zum FC Bayern München zieht, hatte die charakterlich nicht einfache Mannschaft zwei Jahre lang gut im Griff und konnte aus talentierten Individuen ein starkes Kollektiv formen. Ob es ​dem kommenden Trainer ebenso gelingt, aus der Summe der Einzelteile erneut ein erfolgsversprechendes Ganzes zu bilden, steht in den Sternen.


Zumal auch unter dem kroatischen Fußballleher zuletzt die Einstellung seines Teams nicht mehr so tadellos war. Insbesondere in den zweiten Halbzeiten konnten sich die Hessen nicht mehr gegen Niederlagen stemmen. Dies hat neben konditionellen Gründen vermutlich auch mit der mentalen Belastung der Spieler zu tun. 

In den letzten drei Spielen geht es für die Eintracht noch gegen die Bayern, den HSV und zum Abschluss gegen den FC Schalke 04. Alles andere als ein leichtes Restprogramm also. Die Konkurrenz schläft nicht und so muss eine deutliche Leistungssteigerung her, will man den siebten Platz verteidigen und in der kommenden Saison auch in Europa für Furore sorgen. Das Erreichen der internationalen Plätze wäre zudem ein wichtiger Fingerzeig an die Konkurrenz.


Ob die Merhfachbelastung in der 'Post-Kovac-Ära' ein Segen oder doch eventuell ein Fluch wird, lässt sich derzeit schwer einschätzen. Zweifelsohne würde eine Europa-Tour der Eintracht das internationale Standing des Vereins pushen und könnte weitere Spieler dazu veranlassen, zu den Hessen zu wechseln. Auch wenn die Eintracht mit Kovac einen identitätsstiftende Figur verliert.