​Nach dem Saison-Aus von Michy Batshuayi musste Peter Stöger vor dem Top-Spiel gegen Bayer Leverkusen in der Sturmspitze improvisieren. Viele vermuteten, dass Vollblutstürmer und Top-Talent Alexander Isak nun eine Chance erhält. Doch falsch gedacht. Der Schwede fand nicht einmal einen Platz im Kader. Stattdessen agierte Maximilian Philipp als eine Art falsche Neun im Sturm der Borussia.


"Eine spielerische Neun zu haben, war sehr wichtig, gerade für unser Spiel", erklärte Mario Götze nach dem 4:0-Sieg über Bayer Leverkusen gegenüber Bundesliga.de. "Das hat gut funktioniert mit Marco Reus zusammen, Jule Weigl dahinter und mit Maximilian Philipp vorne als Anspielstation." Nachdem Philipp zunächst eher wie ein Fremdkörper wirkte, machte der Ex-Freiburger erstmal als Vorlagengeber von sich reden. Doch der daraus resultierende Treffer von Marco Reus wurde aufgrund einer minimalen Abseitsstellung Philipps zurecht vom Videoschiri zurückgenommen.

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Neues Traum-Trio? Sancho (l.), Philipp (m.) und Pulisic (r.) bejubeln den Premierentreffer des englischen Supertalents.



Doch die Aktion brachte die "falsche Neun" ins Spiel. Zwar war Philipp nicht an allzu vielen Offensivaktionen beteiligt, doch der Matchplan von Stöger wurde deutlich. Der 24-Jährige zog durch seine Dynamik und Ballsicherheit  den Fokus der Bayer-Verteidiger auf sich, sodass den schnellen Außen um Jadon Sancho und Christian Pulisic viele Räume zur Verfügung standen. Auch Marco Reus hatte ungewohnt viele Freiräume. Und ein Spieler solcher Klasse bestraft das. Eine Spielidee, die ihre Früchte trug. Sancho wurde gemeinsam mit Reus zum Matchwinner, auch Pulisic spielte eine starke Partie. 

Und Philipp? Der durfte sich auch noch in die Torschützenliste eintragen. Nach feiner Vorarbeit von Sancho erzielte der gebürtige Berliner seinen achten Saisontreffer. Peter Stöger ist mit seiner Idee erstmals ein erfolgreicher Matchplan gelungen, auf den sein Gegenüber Heiko Herrlich nicht wirklich eingestellt war. Die kommenden Gegner aber werden das BVB-Spiel gegen die Werkself genauestens analysieren. Sollte der Revierklub die Form aus dem Spiel gegen Leverkusen abrufen können, dürfte die Qualifikation zur Champions League nur noch Formsache sein.