​Borussia Dortmund gelang am Wochenende die richtige Antwort auf die Derby-Niederlage. Nicht nur, dass Konkurrent Bayer Leverkusen mit 4:0 geputzt wurde, auch spielerisch überzeugte der Revierklub. Erstmals unter Peter Stöger hatte der BVB die Partie über die gesamten 90 Minuten im Griff. Vor allem zwei BVB-Akteure, die zuletzt hart in der Kritik standen, gaben auf dem Platz die richtige Antwort.


Mario Götze und Julian Weigl erlebten zuletzt keine einfache Zeit in Dortmund. Beide hatten in den letzten Partien ihren Platz in der Startelf eingebüßt, Götze wurde selbst von Mentor Jogi Löw nicht mehr berücksichtigt. Doch nach der Derby-Niederlage musste Peter Stöger personell reagieren. Neben der Verbannung von Kapitän Marcel Schmelzer gaben auch Weigl und Götze ihr Comeback in der Startelf. Und was für eins.


Julian Weigl spielte wie in besten Tagen unter Thomas Tuchel. Nicht viel war von "Rück- und Querpass"-Weigl zu sehen, stattdessen dirigierte er das Spiel und schlug kluge Pässe. Zudem wurde er von seinen Kollegen besser geschützt, sodass die Leverkusener kaum Zugriff auf den zentralen Mittelfeldspieler bekamen.



Auch Mario Götze erwischte einen Sahne-Tag. Den Treffer von Marco Reus zum zwischenzeitlichen 2:0 leitete der Weltmeister mit einer genialen Ablage ein. Der 25-Jährige zeigte des öfteren, welch technische Repertoire noch in ihm schlummert. "Wir haben an den Dingen gearbeitet, die nicht so gut gelaufen sind", so Götze in einem Interview mit Bundesliga.de. "Wir haben das Schalke-Spiel natürlich auseinander genommen. Es war sehr ungünstig, gerade in einem Derby auf diese Art und Weise zu verlieren. Das ging uns allen sehr nah. Deswegen wollten wir gegen Leverkusen unbedingt eine Reaktion zeigen und das ist uns sehr gut gelungen. Wir wollten ganz anders in dieses Spiel gehen und gerade nach dem Derby ein Ausrufezeichen setzen." 


Auch Peter Stöger schien erstmals den richtigen Matchplan zu haben. Zuletzt warf man dem Österreicher immer wieder vor, keine Ideen zu haben und taktisch zu eindimensional zu sein. Doch am Samstag lief erstmals alles wie am Schnürchen: "Das hat gut funktioniert mit Marco Reus zusammen, Jule Weigl dahinter und mit Maximilian Philipp vorne als Anspielstation", so Götze weiter. "Eine spielerische Neun zu haben, war sehr wichtig, gerade für unser Spiel. Dann außen mit Pulisic und Sancho noch zwei schnelle, junge Kerle, die das nötige Spielverständnis mitbringen – das hat alles sehr gut gepasst."



Doch nicht nur Trainerstab und Spieler sei der Erfolg zuzuschreiben. Auch die Fans, die vor dem Anpfiff mit Bannern kritische Worte an die eigenen Spieler richteten, waren ein Faktor: "Sie waren in den ersten Minuten sofort wieder auf unserer Seite, die Stimmung war teilweise sensationell. Großes Kompliment!" 


Im Kampf um die Champions League konnte der BVB einen weiteren großen Schritt zum Erfolg machen. Mit nun fünf Punkten Vorsprung auf Rang fünf geht der Revierklub in die letzten drei Spiele. Noch ein Sieg und Borussia Dortmund kann beinahe schon für die Königsklasse planen.