Durch einen kuriosen Flatter-Freistoß kassiert Schalke 04 in Köln den späten Ausgleich. Marcel Risse drosch den Ball aus gut 30 Metern in die Maschen. Ralf Fährmann haderte im Anschluss über das "bittere Standard-Gegentor". Der Knappen-Schlussmann bemängelte die vielen vergebenen Chancen im ersten Durchgang - und stimmte damit Trainer Domenico Tedesco und Nationalspieler Leon Goretzka zu.

 

Der FC Schalke bringt sich in Köln um den Lohn der Arbeit. Nach dem überzeugenden Derbysieg gegen den BVB vor Wochenfrist, gaben die ​Knappen beim Schlusslicht eine frühe 2:0-Führung aus der Hand. Der Freistoß-Flatterhammer von Effzeh-Außen Marcel Risse sorgte sieben Minuten vor dem Ende für den Ausgleich und verringert den Vorsprung der Knappen auf den Revier-Rivalen wieder auf zwei Zähler. Mit drei Punkten hätte das Tedesco-Team die Champions League schon so gut wie sicher gehabt.

Von der Königsklasse wollte der Schalke-Coach nach dem Spiel am Sonntagabend aber nicht sprechen. Tedesco war bedient vom Chancenwucher seiner Mannschaft und​ bezeichnete den Auftritt als arrogant. Seine Spieler zeigten sich im Anschluss enttäuscht über die verpasste Chance und gingen selbstkritisch mit ihrer Leistung um.


Für Leon Goretzka fühlte sich "der Punkt am Ende an wie eine Niederlage". Dennoch sehe es "was den Kampf um die Champions-League-Plätze angeht nicht schlecht aus", so der Nationalspieler weiter. "Wir haben sieben Punkte Vorsprung und wollen unbedingt dieses Ziel erreichen", wird Goretzka auf der Vereinshomepage zitiert. Man sei "leider nicht konsequent genug" gewesen. "Es ist sehr ärgerlich, durch einen solchen Fernschuss am Ende nicht als Gewinner vom Platz zu gehen", befand der 23-Jährige.

Fährmann erklärt Risses "krummes Ding"


Der späte Ausgleich war vor allem für S04-Kapitän Ralf Fährmann besonders ärgerlich. Der Knappen-Schlussmann sah zwar unglücklich aus, einen echten Vorwurf konnte man ihm bei dem "krummen Ding" von Risse aber nicht machen. "Der Freistoßball hat gefühlt drei bis vier Mal die Richtung geändert. Dazu habe ihn erst sehr spät gesehen, da einer unserer Spieler rausgegangen ist, um ihn zu blocken. Das war so abgesprochen", erklärte Fährmann den Gegentreffer aus seiner Sicht. "Zu allem Überfluss bin ich noch weggerutscht. Das ist dann natürlich ein bitteres Standard-Gegentor aus solch einer weiten Entfernung. Der Keeper sieht dann komisch aus. Mir ist es leider nicht gelungen, den Ball zu parieren", haderte er.

1. FC Koeln v FC Schalke 04 - Bundesliga

Ralf Fährmann (r., auf dem Boden) hatte beim 1:2-Anschlusstreffer durch Leo Bittencourt (m.) keine Chance.


Der 29-Jährige sah den Spielverlauf und die Gründe für die Punktverluste ähnlich wie sein Trainer und Goretzka zuvor: "Wir müssen die Begegnung schon vor der Pause entscheiden. So hat Köln kämpferisch alles nach vorne geworfen und aufgrund der zweiten Hälfte das Unentschieden verdient gehabt", meinte Fährmann.