Die Partie zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 wurde besonders in der ersten Halbzeit von den Gästen in 'Königsblau' dominiert, die in der Offensive viele Räume bekamen, ihre Chancen allerdings zu oft liegen ließen. Die Kölner waren über weite Strecken der Partie wackelig, wurden zum Schluss jedoch immer mutiger und erkämpften sich ein Unentschieden, das im Abstiegskampf jedoch kaum weiterhilft.


Stefan Ruthenbeck setzte auf ein 3-5-2 mit Sörensen, Mere und Heintz in der Abwerreihe. Im Mittelfeld agierten Höger, Özcan, Risse, Handwerker und Hector hinter der Doppelspitze Terodde und Bittencourt.


Domenico Tedesco rotierte nach dem Pokalspiel gegen Frankfurt ein wenig: Während Kehrer, Naldo und Stambouli erneut in der Abwehr starteten, begannen Oczipka, McKennie, Goretzka und Caligiuri im Mittelfeld. Vor Di Santo startete Konoplyanka neben Embolo im Sturm.


Frühe Schalker-Führung - Köln schwimmt


Der 1. FC Köln erwischte unter teils heftigem Regen einen denkbar schlechten Start: Nachdem Goretzkas Freistoß in der dritten Minute noch über das Tor von Timo Horn flog, durfte Breel Embolo wenig später sein drittes Saisontor bejubeln: Nach einem Ballverlust von Hector spielte Naldo einen langen Diagonalball auf Konoplyanka, der links durchstartete und den Ball im Strafraum für Embolo querlegte. Der Schweizer musste nur noch einschieben - 1:0 für Schalke (4.)!

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                        Breel Embolo kommt immer besser in Form


Das Stadion verstummte, während die Gäste nach einem ähnlichen Muster eine weitere Chance hatten, Konoplyanka diese jedoch vergab (10.). Die Gastgeber waren in der Offensive ungefährlich, da sie zu langsam agierten und kein Mittel gegen die kompakte Schalker Defensive fanden. Die Schalker wiederum nutzten die Ballverluste des Gegners und setzten immer wieder Konoplyanka in Szene, der Sörensen auf der linken Seite immer wieder in enorme Schwierigkeiten brachte.


Gegen den Ball liefen die Gastgeber etwas behutsamer an, weshalb S04 immer wieder in Ruhe aufbauen konnte und die Partie dominierte. In der 23. Minute dann der nächste Treffer: Konoplyanka startete erneut auf der linken Außenbahn durch und zog in den Strafraum ein, wo er Horn mit seinem Schuss ins lange Eck keine Chance ließ - 2:0! 


Anschlusstreffer Bittencourt - Sörensen muss runter


Wenig später jedoch ein erstes Lebenszeichen des Tabellenletzten: Nach einem langen Ball in die Schalker Hälfte legte Terodde für Bittencourt ab, der einen Doppelpass mit Hector spielte. Der 24-Jährige schob das Leder aus wenigen Metern ins Netz - 1:2 (26.)! Schalke, das vor allem in den Zweikämpfen den Ton angab (53 Prozent gewonnene Zweikämpfe zur Pause), wäre fast die perfekte Antwort gelungen, doch der starke Konoplyanka traf mit seinem Versuch nur den Pfosten (29.).

1. FC Koeln v FC Schalke 04 - Bundesliga

             Erzielte gegen Schalke sein zweites Tor in Folge: Leonardo Bittencourt


Ruthenbeck reagierte, brachte nach 30 Minuten Maroh für Sorensen, doch helfen sollte es wenig. Defensiv war seine Mannschaft instabil und hatte große Probleme, mit den schnellen Embolo und Konoplyanka Schritt zu halten. Letzterer hatte vor der Pause noch einmal zwei gute Gelegenheiten: Zunächst scheiterte er mit einem Kopfball an Horn, ehe er nach einem Freistoß der Gastgeber zum Konter ansetzte und alleine in Richtung Tor sprintete. Der Ukrainer wollte Horn überlupfen, doch der Keeper war wachsam und parierte (36., 45.).


Unverändertes Bild


In der zweiten Halbzeit änderten sich die Witterungsbedingungen, die Partie jedoch nicht. Die in Blau gekleideten Gäste bekamen von passiven Kölnern viele Räume und durften immer wieder gefährliche Akzente in der Offensive setzen. Die erste Chance des zweiten Durchganges hatte allerdings der Underdog: Nach einem geschickt gespielten Angriff kam Terodde zum Abschluss, vermasselte ihn jedoch ein wenig - Fährmann parierte sicher (55.).


In dieser Phase gaben sich die Spieler von Stefan Ruthenbeck nicht auf und waren bemüht, weitere Chancen zu kreieren - was allerdings nur kurz anhielt. Stattdessen verursachten Ballverluste Gefahr vor dem eigenen Tor, doch nachdem Konoplyanka zu eigensinnig agierte, scheiterte Di Santo mit seinem Versuch an Horn (57., 59.). Schalke machte weiter Druck und spielte auf das dritte Tor,  doch auch Köln bemühte sich um den Ausgleichstreffer. Während Caligiuri und Naldo jeweils eine Gelegenheit hatten (65., 66.), probierte es der FC oft mit hohen Hereingaben, die allerdings keinen Abnehmer fanden.


Auch in der Schlussphase gaben sich die Kölner nicht auf und waren sichtlich bemüht, den Ausgleich doch noch zu erzielen. Doch die abgeklärte Defensive von S04 verhinderte dies gekonnt. In der 83. Minute fiel jedoch der unerwartete Ausgleich: Risse hämmerte einen Freistoß aus 25 Metern in die Maschen, Fährmann sah dabei alles andere als gut aus - 2:2!

1. FC Koeln v FC Schalke 04 - Bundesliga

                         Aus dem Nichts! Risse mit dem späten Ausgleich


Die Schlussminuten wurden wild: Zunächst erzielte Heintz beinahe ein Eigentor (83.), ehe Cordoba und Terodde auf der Gegenseite Möglichkeiten hatten (86., 87.). Köln konterte, während Schalke auf Sieg spielte - jedoch vergeblich. Durch das Unentschieden liegt der 1. FC Köln mit 22 Punkten weiter auf dem letzten Tabellenplatz und steht mit acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz unmittelbar vor dem sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte. Schalke 04 hingegen rangiert weiter auf Platz zwei, hat jedoch nur noch zwei Zähler Vorsprung auf Borussia Dortmund und wird weiter um die Vizemeisterschaft kämpfen müssen.