Vor dem Top-Spiel bei Borussia Dortmund hatte sich Bayer Leverkusen viel vorgenommen, doch der Samstagabend im Signal Iduna Park entwickelte sich für die Mannschaft von Heiko Herrlich zu einem Albtraum. Gegen wie ausgewechselt wirkende Dortmunder, ​bei denen vor allem der 18-jährige Jadon Sancho glänzte, musste man sich nach 90 Minuten verdient mit 0:4 geschlagen geben. Nach der Partie machte sich im Bayer-Lager vor allem Ratlosigkeit breit.


Zwar ging Bayer Leverkusen nur mit einem 0:1-Rückstand in die Pause, doch Trainer Heiko Herrlich dürfte schon zu diesem Zeitpunkt alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft sein. Die 'Werkself' offenbarte besonders in der Defensive ungewohnte Probleme, besonders Benjamin Henrichs erwischte als Rechtsverteidiger, ehe er aufgrund der Einwechslung von Tin Jedvaj auf die linke Abwehrseite rückte, einen mehr als gebrauchten Abend.

Doch auch im Gesamtbild wirkte Bayer nervös, schläfrig und offensiv über 90 Minuten relativ harmlos. Nach 90 Minuten stand es 0:4, die zweite Klatsche nach der 2:6-Niederlage im Pokal gegen Bayern München. Sportdirektor und baldiger Geschäftsführer Sport, Rudi Völler, war dementsprechend bedient: "Das war eine Klatsche, die weh tut und die wir aufarbeiten müssen in den nächsten Tagen. Wir waren viel zu brav, zu naiv in den Zweikämpfen", wird der 58-Jährige auf der vereinseigenen Website zitiert.


Kevin Volland ging ebenfalls hart mit der Mannschaft ins Gericht: "Wir standen heute zu weit auseinander, haben die Zweikämpfe nicht angenommen und kamen immer zwei Schritte zu spät. Das war heute kein Männerfußball von uns." Im Schlussspurt der Saison müsse man sich nun "zusammenreißen", um zumindest den vierten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an den Playoffs für die kommende Champions League Saison berechtigt, zu halten.

Während Sven Bender mangelnde Bereitschaft kritisierte, urteilte Ersatz-Torwart Ramazan Özcan, der anstelle des verletzten Bernd Leno spielte: "Es ist immer eine Ehre für mich für so einen Riesen-Klub zu spielen. Aber das Ergebnis und die Art und Weise, wie wir gespielt haben - das tut weh. So ehrlich muss man sein. Das war heute nicht Bayer Leverkusen." 


Für die 'Werkself' geht es in den drei übrigen Partien gegen den VfB Stuttgart, Werder Bremen und Hannover 96. In der Tabelle rangiert man mit 51 Punkten auf Platz vier, dicht gefolgt von der TSG Hoffenheim, die mit lediglich zwei Punkten Rückstand auf dem fünften Tabellenplatz weiterhin von der erneuten Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren, träumt.