Es war das ​erwartet schwere Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart, das für Werder Bremen nach glücklosen 90 Minuten mit 0:2 verloren ging.Nach der Partie haderte Werder-Trainer Florian Kohfeldt besonders mit dem ersten Gegentor, machte sich in Sachen Abstiegskampf jedoch keine Sorgen um seine Mannschaft.


Am Ende war es ein Spiel, wie man es vom VfB Stuttgart in den letzten Wochen gewohnt war: Die Mannschaft von Tayfun Korkut bestach durch defensive Kompaktheit, ließ nur wenige Chancen zu und blieb vorne eiskalt. Dies erfuhr Werder Bremen am gestrigen Nachmittag am eigenen Leib, als man sich immer wieder in der Defensive der Schwaben verfing. 


Die zuletzt spielfreudigen Bremer, die sich aufgrund ihres offensiven Ansatzes unter Florian Kohfeldt stetig von den Abstiegsrängen entfernten, wirkten behäbig, nicht zielstrebig genug und in den Zweikämpfen nicht wach. Gerade einmal 40 Prozent gewonnener Duelle sind einfach zu wenig, wie Spieler und Verantwortliche im Nachhinein beklagten. "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht in die Zweikämpfe gefunden, waren nach vorne zu langsam und in unseren Angriffen zu behäbig. Die großen Räume, die uns der VfB teilweise überlassen hat, müssen wir besser ausnutzen. Deshalb haben wir die Partie bereits im ersten Durchgang verloren", resümierte Jerome Gondorf die Partie auf der ​vereinseigenen Website.


Max Kruse erlebte "ein intensives Spiel", in dem die "entscheidenden Momente" oftmals zugunsten des Gegners ausfielen. "Wir haben die Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen, die Konter nicht gut ausgespielt, unsere Angriffe zu oft verschleppt und den Abschluss nicht gesucht", so der Angreifer. Sportchef Frank Baumann bemängelte "zu viele Ballverluste", was in seinen Augen auf mangelnder Konzentration beruhte. "Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir einige Aktionen, in denen wir ins Tempo gehen und in den Strafraum ziehen können. Doch letztendlich waren wir nicht zielstrebig genug", so der 42-Jährige weiter.

VfB Stuttgart v SV Werder Bremen - Bundesliga

Florian Kohfeldt wirkte an der Seitenlinie unzufrieden, gestikulierte oftmals in Richtung                                                               seiner Spieler


Trainer Florian Kohfeldt wollte seinen Spielern derweil "in puncto Einsatz und Leidenschaft nichts vorwerfen." Das Führungstor der Stuttgarter sei aus seiner Sicht unglücklich gefallen, da man die gefährlichen Flanken von Erik Thommy & Co. im Vorhinein thematisiert habe. Im Anschluss sei es "gegen eine sehr clevere Stuttgarter Mannschaft" schwierig gewesen, noch einmal zurückzukommen. "Sie sind dann nur darauf aus, den Spielfluss zu unterbringen, was natürlich auch völlig legitim ist. Aber es ist dann im Kopf sehr schwer, wenn du immer wieder anrennen musst. Trotzdem haben wir alles versucht, offensiv gewechselt und alles nach vorne geworfen. Wir hatten heute aber nicht genügend Tempo und viele individuelle Dinge haben nicht geklappt. Wir müssen nun aufarbeiten, warum wir im Spiel keine Lösungen finden konnten."


Überbewerten wollte der 37-Jährige die Niederlage allerdings nicht: "Die Ausgangsposition im Abstiegskampf hat sich nach den Ergebnissen, trotz unserer Niederlage, nicht groß verändert. Ich sage in aller Deutlichkeit: Unser primäres Ziel, von dem wir im November noch sehr weit entfernt waren, ist greifbar." 


In zwei der drei verbleibenden Partien hat Werder Heimrecht, empfängt allerdings Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Für Kohfeldt spielt der Gegner jedoch eine untergeordnete Rolle: "Egal wie die Gegner heißen: Ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende der Klassenerhalt stehen wird."