​Am Samstagnachmittag konnte sich der VfB Stuttgart zuhause mit 2:0 gegen den SV Werder Bremen durchsetzen. Christian Gentner gelang dabei in der 13. Spielminute sein erster Saisontreffer. In der Folge hätten die Schwaben in der ersten Hälfte noch den zweiten Treffer nachlegen können. In der zweiten Hälfte waren die Bremer zwar die aktivere Mannschaft, das Defensivbollwerk der Stuttgarter konnten sie jedoch nicht brechen. In der Nachspielzeit machte der eingewechselte Berkay Özcan dann alles klar.


VfB Stuttgart - SV Werder Bremen 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Gentner (13.), 2:0 Özcan (90.+1)


Bei den Gastgebern musste Trainer Tayfun Korkut seine Mannschaft nach dem 1:1 gegen Hannover 96 nominell einmal umstellen. Für den am Knie verletzten Andreas Beck rückte überraschenderweise Timo Baumgartl in der Viererkette auf die rechte Seite. Holger Badstuber kehrte infolgedessen in die Innenverteidigung zurück und der zuletzt gelb-gesperrte Santiago Ascacibar lief wieder auf der Doppelsechs der Schwaben auf.


Die Gäste aus dem hohen Norden stellten ihre Startelf gleich auf drei Positionen um. Für den gelb-gesperrten Thomas Delaney durfte Jerome Gondorf in einem 4-1-4-1-System auf der rechten Seite im Mittelfeld ran. Philipp Bargfrede spielte alleine auf der Sechs. Auch die beiden Flügel wurden neu besetzt. Auf links ersetzte Florian Kainz den Youngster Milot Rashica und auf der rechten Seite stand Ishak Belfodil in der Startelf. Kapitän Zlatko Junuzovic musste für den Algerier weichen.


Vor 60.000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena tasteten sich beide Mannschaften zu Beginn gegenseitig ab. Die Bremer hatten dabei etwas mehr Ballbesitz. Der VfB stand gewohnt stabil und so spielte sich viel auf Höhe der Mittellinie ab, ohne das sich eine Mannschaft klare Chancen erarbeiten konnte. Nach einem Foulspiel an Timo Baumgartl sah Florian Kainz bereits in der achten Minute eine gelbe Karte. Beide Teams leisteten sich einige leichte Ballverluste und so kam die Partie bei strahlendem Sonnenschein in Stuttgart nur schwer in die Gänge.


In der 13. Spielminute nutzten die Stuttgarter ihre erste Chance eiskalt aus. Emiliano Insua wurde auf der linken Seite nicht ausreichend gestört und seine Flanke landete auf dem Kopf von VfB-Kapitän Christian Gentner. Der setzte sich gegen Milos Veljkovic durch und wuchtete das Leder aus kurzer Distanz unhaltbar ins Tor. Die Gäste reklamierten auf Foulspiel. Schiedsrichter Sören Storks schätzte das Duell aber als handelsüblich ein und wurde auch nicht vom Videoschiedsrichter korrigiert.

VfB Stuttgart v SV Werder Bremen - Bundesliga

Christian Gentner gelang per Kopf sein erster Treffer in dieser Saison


In der Folge waren die Werderaner zwar kurzzeitig die aktivere Mannschaft, gegen die massiv stehenden Schwaben, konnten sie sich jedoch kaum Torgelegenheiten erarbeiten. Auch durch Standardsituationen ließ sich das Team von Trainer Tayfun Korkut nicht aus der Ruhe bringen.  Selbst Max Kruse konnte bei den Hanseaten keine entscheidenden Impulse setzen. Die Gastgeber hatten nach einer halben Stunde die Partie gut im Griff und konnten über die linke Seite durch Emiliano Insua viel Druck ausüben. Versuche schnell umzuschalten, scheiterten bei den Gästen aufgrund mangelnder Präzision oftmals bereits im Ansatz und so waren die Stuttgarter dem 2:0 näher, als die Bremer dem Ausgleich.


Werder kommt mit Schwung aus der Kabine - Zieler zur Stelle


Beide Trainer verzichteten zur Pause auf personelle Wechsel. Kurz nach Wiederanpfiff prüfte Jerome Gondorf mit einem Distanzschuss VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler. Der 29-Jährige war aber zur Stelle und lenkte den Ball nach schöner Flugeinlage ins Toraus. Dem Team von Florian Kohfeldt war anzumerken, dass sie sie sich für die zweite Halbzeit einiges vorgenommen hatten. Nach einer Ecke der Bremer kam Marco Friedl aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch Zieler war erneut auf seinem Posten und entschärfte auch dieses Chance.


In der Folge konnten die Gastherren das Spiel wieder etwas beruhigen. Für offensive Entlastungen konnten die Männer mit dem roten Brustring aber nur noch selten sorgen. In der 57. Spielminute reagierte Tayfun Korkut auf die Druckphase der Gäste und brachte mit Berkay Özcan einen weiteren Mittelfeldspieler. Der bis dahin unauffällige Daniel Ginczek musste dafür raus und so agierte Mario Gomez als alleinige Spitze. Die Bremer hingegen hatten defensiv auf eine Dreierkette umgestellt, mit Philipp Bargfrede im Zentrum.

VfB Stuttgart v SV Werder Bremen - Bundesliga

Die Bremer konnten ihre kurze Drangphase in der zweiten Halbzeit nicht nutzen


Bei den Gästen kam Milot Rashica für Florian Kainz und auch die Schwaben wechselten nach rund einer Stunde erneut. Anastasios Donis ersetzte Erik Thommy. Ein Offensivspektakel fackelten die Gastgeber aber wenig überraschend trotzdem nicht ab. Die defensive Stabilität blieb weiterhin die oberste Priorität und wurde von den Schützlingen von Tayfun Korkut überzeugend abgerufen, auch wenn Werder noch gelegentlich vor dem Gehäuse der Hausherren auftauchte.


Die Bremer agierten zwar weiterhin bemüht, der entscheidende Punch wollte den Gästen an diesem Nachmittag jedoch nicht mehr gelingen. In der Nachspielzeit machten die Schwaben nach einem Konter alles klar. Berkay Özcan traf aus kurzer Distanz nach Vorlage von Anastasios Donis. So feierten die Stuttgarter am Ende einen Sieg, der aufgrund der in weiten Teilen reiferen Spielanlage absolut in Ordnung geht. Durch den Erfolg gegen die Hanseaten durchbrach der VfB die magische 40-Punkte-Marke und kann nun noch entspannter in die nächsten Wochen gehen. Aber auch die heute nicht ganz überzeugenden Werderaner haben in dieser Saison mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun.


Spieler des Spiels: In der ohnehin sehr stabilen Defensive der Schwaben ragte Benjamin Pavard noch einmal heraus. Der Franzose agierte sehr abgezockt.


Flop des Spiels: Max Kruse wäre eigentlich prädestiniert gewesen, die starke Defensive des VfB durch eine starke Einzelaktion auszuhebeln. Doch auch dem 30-Jährigen viel wenig ein, zudem zeigte er ungeahnte Schwächen bei der Ballannahme.


Tweet des Tages: