Vor wenigen Tagen erhielt der Hamburger SV die von der DFL benötigten Lizenzen, um auch im kommenden Jahr am Spielbetrieb der ersten beziehungsweise zweiten Bundesliga teilnehmen zu dürfen. Zur Überraschung vieler wurde den finanziell angeschlagenen Hanseaten die Spielberechtigung ​"ohne Bedingungen und ohne Auflagen" erteilt, was nach Ansicht des Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Hoffmann als "wichtiges Signal nach innen und außen" gelte.


​Kredite in Höhe von zwölf Millionen Euro, zudem angepasste Spielerverträge für den Fall des Abstiegs - die Verantwortlichen des Hamburger SV überraschten mit der Meldung, gänzlich ohne die Hilfe von Mäzen Klaus-Michael Kühne, der wiederholt ein ​mögliches Ende seines finanziellen Engagements ankündigte, die nötigen Bedingungen für den Erhalt der Lizenzen der DFL für die erste und zweite Bundesliga zu erfüllen, ohne dass der hoch verschuldete Traditionsverein - wie beispielsweise im vergangenen Jahr - bestimmte Bedingungen erfüllen muss.


Nach Ansicht von Bernd Hoffmann sei dies "ein Beleg für die Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des HSV", so der Aufsichtsratsvorsitzende laut einem Bericht der ​Hamburger Morgenpost. Der 55-Jährige warnte zudem davor, die vergangene Zusammenarbeit mit Kühne lediglich "auf mögliche Rettungen und Unterstützungen für Transfers zu reduzieren", da dies "zu kurz gedacht" sei.

Hamburger SV General Assembly

                      Stellte in den vergangenen Tagen die Weichen für die Zukunft:                                                                     Finanzvorstand Frank Wettstein



Stattdessen erklärte Finanzvorstand Frank Wettstein, wie man die finanzielle Zukunft des HSV gesichert habe: So gebe es ein "positives Eigenkapital in Höhe von 50 Millionen Euro." Hinzu komme, dass "nahezu alle Spieleverträge auch Zweitligakomponenten mit entsprechend reduzierten Bezügen beinhalten." Bei einem möglichen Abstieg rechne man dem Bericht zufolge mit einem Defizit von etwa zehn Millionen Euro, was man nach Ansicht von Wettstein "durch Transfererlöse oder übermäßigen sportlichen Erfolg, zum Beispiel im DFB-Pokal" reduzieren könne.


"Wir gehen nicht blauäugig in die Zukunft", so Hoffmann, der sich über die "Pflichten und Ziele in der Zukunft" noch keine Gedanken machen wolle - wohl auch aufgrund des drohenden Abstiegs. Während Wettstein die sportliche Lage "realistisch" betrachte, gab Trainer Christian Titz die Hoffnung auf eine erneute Rettung noch nicht auf: "Dieser Spieltag kann die Situation am Tabellenende entscheidend verändern. Mit einem Sieg über Freiburg können wir noch mal entscheidend eingreifen in den Abstiegskampf. Zumal wir eine Woche später in Wolfsburg spielen." Man müsse "die eigenen Stärken in den Vordergrund stellen", um bis zum Schluss zu kämpfen.