BVB-Präsident und DFL-Chef Reinhard Rauball hat in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt, dass die Schwarz-Gelben aktuell nicht mehr mit dem großen Konkurrenten aus München mithalten können. Zudem äußerte sich der erfahrene Funktionär über die Idee, einen Playoff-Modus in der Bundesliga einzuführen.​


Die ​sechste Meisterschaft in Folge ist dem FC Bayern München nicht mehr zu nehmen und die Zeiten, in denen der ​BVB dem Rekordmeister noch auf Augenhöhe begegnen konnte, sind längst passé. Nach 30 Spieltagen beträgt der Abstand in dieser Saison unglaubliche 24 Zähler. Daher dürfte es niemanden wundern, dass Rauball die Situation offen anspricht.

"Ich finde, dass wir gut beraten sind, wenn wir uns, kurzfristig jedenfalls, nicht als Bayern-Jäger sehen. Dass wir den Erwartungshorizont etwas zurücknehmen und uns als diejenigen sehen, die wieder versuchen, eine fußballerische Zukunft zu kreieren", so der 71-Jährige. Die vielen namhaften Abgänge haben es seiner Ansicht nach unmöglich gemacht, mit dem Branchenprimus mitzuhalten: "Beim BVB bröckelte das Personaltableau über die Jahre weg."


Dabei nannte er mehrere Beispiele. Darunter die beiden jetzigen Bayern-Spieler Robert Lewandowski und Mats Hummels. Aber auch die nach England ausgewanderten Henrikh Mkhitaryan, Ilkay Gündogan und zuletzt Pierre-Emerick Aubameyang. "Das ist eine Mannschaft von internationaler Klasse. Das konnten Ergänzungstransfers nicht ausgleichen", so der BVB-Boss.

Um die Vormachtstellung der Bayern zumindest ansatzweise in Gefahr zu bringen und um für mehr Spannung in der Bundesliga zu sorgen, kam zuletzt die Idee auf, Playoff-Spiele einzuführen. Der Vizepräsident des DFB erweist sich jedoch als scharfer Kritiker dieses Vorschlags. "Man darf Strukturen nicht ändern, nur um die Position, die sich ein erfolgreicher Verein geschaffen hat, zu untergraben", so der Routinier. Dabei sei die Liga im internationalen Vergleich noch immer "ein Erfolgsmodell" und lediglich die Premier League habe noch die Nase vorn.