Matthias Ginter vergoss Tränen, als er vor dem Dortmunder Landgericht zum Bombenattentat auf den Dortmunder Mannschaftsbus aussagen musste. Für Gladbachs Manager Max Eberl und Fohlen-Coach Dieter Hecking ein Zeichen der Stärke - und dass der Nationalverteidiger die Ereignisse noch nicht verarbeitet hat.


Am Mittwoch machte Nationalspieler Matthias Ginter vor dem Dortmunder Landgericht seine Aussage zum Dortmunder Bombenanschlag. Am 12. April 2017 hatte Sergej W. vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen dem BVB und AS Monaco einen Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus verübt. 


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Bei der Bombenattacke wurde unter anderem Ginters damaliger Teamkollege Marc Bartra von einem Splitter getroffen und brach sich den Arm. Der 24-jährige Fohlen-Verteidiger sprach vor Gericht unter Tränen über das bedrückende Szenario und gab zu, sogar über das Karriereende nachgedacht zu haben.


Borussias Sportdirektor Max Eberl und Trainer Dieter Hecking zollten Ginter im Anschluss ihren Respekt. "Seine Reaktion vor Gericht hat gezeigt, dass so ein Erlebnis nicht einfach so zu verarbeiten ist", wird Eberl von ​RP-Online zitiert. "Matze wurde vor Gericht von seinen Erinnerungen und Emotionen eingeholt. Ich finde es klasse, dass er sich seiner Tränen nicht geschämt und sie herausgelassen hat. Auch das gehört dazu, diese schwierige Situation zu verarbeiten. Er hat vielleicht selbst gedacht, dass er schon viel weiter in der Verarbeitung ist", meinte Hecking. 

Am Freitagabend empfängt Gladbach im Borussia-Park den VfL Wolfsburg (20.30 Uhr). Dann soll Ginter, wie in allen Pflichtspielen in dieser Saison, wieder in der Fohlen-Startelf stehen. "Ich glaube, dass es sehr wichtig für ihn ist, dass er am Wochenende wieder zur Normalität zurückkehrt. Deshalb wird er sicherlich am Freitagabend spielen", erklärte Hecking weiter.


Losgelöst von den dramatischen Ereignissen im April vergangenen Jahres und Ginters anschließenden Wechsel an den Niederrhein, bewertet Manager Eberl die Entwicklung des Nationalspielers durchaus positiv. "Sicherlich ​war er auch mit drin in der Vielzahl von Gegentoren, die wir bekommen haben, aber er hat eine sehr ordentliche Saison gespielt. Ich bin mit dem Weg, der er bisher bei uns gegangen ist, sehr zufrieden", meinte der 44-Jährige.