Jürgen Klopp galt lange Zeit als Wunschkandidat für die Heynckes-Nachfolge beim FC Bayern. Der Liverpool-Coach verriet jetzt aber, dass es ein Angebot des Rekordmeisters nie gegeben habe. Mario Götze, der unter Klopp beim BVB zum Star wurde, sei "heute ein um keinen Deut schlechterer Fußballer" als damals.


​Vor dem Hinspiel im Champions-League-Halbfinale gegen den AS Rom hat sich Liverpool-Coach ​Jürgen Klopp über seine Zukunftspläne geäußert. Im Gespräch mit Sky Sport News HD ging er auch auf ein vermeintliches Angebot des FC Bayern ein und sprach über eine mögliche Rückkehr zum BVB.


Klopp: Bayern-Angebot hat es nicht gegeben


Er bewundere zwar Bayern-Coach Jupp Heynckes, der mit 72-Jahren noch an der Seitenlinie steht, er selbst wolle in diesem Alter aber nicht mehr tätig sein. "Das ist eine ganz klare Entscheidung, da kann auch fragen wer will", bekräftigte Klopp. Angefragt für die Heynckes-Nachfolge habe der Rekordmeister beim Erfolgscoach nicht konkret, wie lange in den Medien kursierte. "Fakt ist, dass ich noch nie eine Ausstiegsklausel in meinen Verträgen hatte. Wenn die Bayern wirklich interessiert gewesen wären - unabhängig davon, ob ich es gemacht hätte - wäre das ein komplizierter Wechsel gewesen, denn ich stehe hier noch vier Jahre unter Vertrag und Liverpool ist gerade nicht unzufrieden mit mir. Deswegen macht es total Sinn, dass sie nicht angefragt haben“, klärte Klopp über das vermeintliche Bayern-Interesse auf. 


Und auch eine Rückkehr nach Dortmund, wo Klopp zweimal Meister wurde, den DFB-Pokal gewann und ins Champions-League-Finale einzog, schloss er aus, ließ sich aber eine Hintertür offen: "Ich möchte eigentlich nicht zurückkehren, weil die Zeit zu gut war. Ob das trotzdem irgendwann mal passiert, weiß ich nicht.“ Er habe beim BVB und auch zuvor in Mainz "eine Weltklasse-Zeit" erlebt. "Wahrscheinlich gehe ich irgendwann dorthin zurück...als Trainer muss das aber nicht unbedingt sein“, so Klopp.


"Götze heute keinen Deut schlechter als damals"


Gefragt wurde er im Rahmen des Interviews auch zu seinem ehemaligen Zögling Mario Götze, der unter ihm beim BVB zum Nationalspieler reifte. "Mario Götze ist heute ein um keinen Deut schlechterer Fußballspieler, als er es als junger Spieler war“, befand Klopp. Dennoch sei sein Wechsel 2013 nach München ein Knackpunkt in der Karriere des 25-Jährigen gewesen. "Es wurde damals die Entscheidung getroffen, dass er zu Bayern München geht. Nicht nur von Mario alleine, sondern von der Familie und den Bayern logischerweise auch. Das hat dann einfach nicht gepasst. Jetzt ist Mario wieder topfit“, glaubt sein Ex-Coach. "​Normalität ist jetzt das, was er braucht“, lautete Klopps Ferndiagnose.

In der Vergangenheit wurde Götze auch immer wieder mit Liverpool in Verbindung gebracht. Ob Klopp an einer Wiedervereinigung interessiert ist, bleibt trotz seiner Worte fraglich. Unter seinem ehemaligen Lehrmeister könnte Götze mit der dringend benötigten Normalität vielleicht wieder zu alter Stärke finden.