Carlos Mané erlebt eine Saison zum Vergessen. Die Sporting-Leihgabe stand in seinem zweiten Jahr beim VfB Stuttgart noch keine Minute auf dem Platz. Vor Ende seines Leih-Vertrags wird Mané nicht mehr im VfB-Trikot auflaufen können - seine Zukunft ist ungewiss. Stuttgarts Sportchef Michael Reschke tut sich "brutal schwer" mit einer Entscheidung, macht aber Hoffnung auf einen Verbleib des Portugiesen.


​Trotz des Last-Minute-Ausgleichs, den der VfB Stuttgart am vergangenen Samstag beim 1:1 gegen Mitaufsteiger Hannover 96 hinnehmen musste: Unter Tayfun Korkut spielen die Schwaben eine beeindruckende Rückserie und haben sich vier Spieltage vor Saisonende längst allen Abstiegssorgen entledigt.


Mit 39 Punkten steht der VfB auf Rang Zehn, mit neun Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. Stuttgart-Stürmer Carlos Mané konnte die Höhen und Tiefen der Bundesliga-Rückkehr-Saison nur aus der Beobachter-Perspektive erleben. Nach dem Abstieg kam der portugiesische Youngster im Sommer 2016 zu den Schwaben. Der VfB einigte sich mit Manés Jugendklub Sporting Lissabon auf eine Leihe über zwei Spielzeiten samt anschließender Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro. 

Während der ehemalige U21-Nationalspieler im Unterhaus tatkräftig am schnellen Bundesliga-Comeback beteiligt war, konnte er in der aktuellen Spielzeit noch keine Minute auf dem Rasen stehen. Sechs Tore und neun Vorlagen gelangen Mané in 19 Zweitligapartien - bis zum ersten Rückschlag im April 2017. Der 24-Jährige fiel mit einem Knorpelschaden aus und konnte erst zur Vorbereitung auf die Rückrunde wieder eingreifen. Doch die Freude über die Rückkehr ins Mannschaftstraining wehrte nicht lange: ​Mané riss sich eine Sehne im Oberschenkel und musste die Saison komplett abhaken.

Schwierige Frage für den VfB: Wie geht es weiter mit Mané?


Seine Reha absolviert er mal in Stuttgart, mal in Lissabon. "Seinen VfB" begleitet er dabei regelmäßig mit Grüßen über seine sozialen Kanäle. Auch deshalb haben die Anhänger den sympathischen Portugiesen ins Herz geschlossen. Der befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung. "Der Heilungsprozess läuft gut. Damit sind wir sehr zufrieden. Aber diese Saison hat er keine Chance mehr, auf Einsätze zu kommen", erklärte Sportvorstand Michael Reschke kürzlich.

Für den VfB-Sportchef ist der Umgang mit Mané ein heikles Thema. "Was das für die Zukunft bedeutet, wird man sehen. Es ist brutal schwer, zu einer Entscheidung zu kommen. Für den Jungen und für uns als Klub", gibt Reschke gegenüber dem kicker zu. Manés Leih-Vertrag läuft im Sommer aus, die Aktivierung der Kaufoption ist für den VfB kein Thema. "Irgendwann werden wir uns mal mit Sporting und mit ihm zusammensetzen und überlegen, welche Möglichkeiten es für eine sinnvolle Lösung gäbe", hält sich Reschke bedeckt.


Klar ist wohl, ​Mané würde gerne länger in Stuttgart bleiben, fühlt sich bei den Schwaben wohl. Für den VfB kommt eine Weiterbeschäftigung nur dann infrage, wenn Sporting für ein erneutes Leihgeschäft zu annehmbaren Konditionen bereit wäre. "Es ist vorstellbar, ihn länger zu halten", macht Reschke Mané und den Schwaben-Fans zumindest Hoffnung. Bei Sporting steht der Portugiese noch bis 2020 unter Vertrag.