HSV-Interimstrainer Christian Titz glaubt weiter an das "Wunder von der Elbe" - auch wenn der 47-Jährige das auf der Pressekonferenz vor dem direkten Duell mit dem SC Freiburg nicht konkret aussprechen wollte. Mit der Unterstützung von den Rängen soll am Samstag der Heimsieg gelingen. Ein weiterer Erfolg in Wolfsburg und der HSV könnte urplötzlich wieder vom Klassenerhalt träumen.


Chancenlos war der HSV am vergangenen Samstag bei der 0:2-Pleite in Hoffenheim und hatte Glück, dass das Ergebnis nicht noch höher ausgefallen war. Durch den Mainzer Sieg am Montag darauf wird langsam bittere Gewissheit, was sich schon seit Wochen angebahnt hatte: Der Bundesliga-Dino muss zum ersten Mal den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Acht Punkte in vier Spielen sind kaum mehr aufzuholen.


Am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr) will die Titz-Truppe dennoch nach dem letzten Strohalm greifen und mit einem Sieg den Abstand zu den Breisgauern auf dem Relegationsplatz zumindest auf fünf Punkte verkürzen. Schließlich wartet am nächsten Spieltag mit dem VfL Wolfsburg der nächste Tabellennachbar.


Der HSV-Interimscoach hat den Klassenerhalt deshalb auch noch nicht endgültig abgeschrieben. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag wollte Christian Titz zwar nicht vom "Wunder von der Elbe" sprechen, mit einem Sieg gegen strauchelnde Freiburger aber noch einmal Druck ausüben. "Wir fokussieren uns voll auf die Aufgabe gegen den SC Freiburg und glauben an die Möglichkeit das Spiel für uns zu entscheiden", so der  47-Jährige.

Man wolle "mit der gleichen Wucht wie im Heimspiel gegen Schalke auftreten", meinte Titz weiter und setzt dabei auf die Unterstützung der Anhänger. "Ich hoffe und bin mir sicher, dass die HSV-Fans als zwölfter Mann im Rücken das Team anfeuern werden und den Gegner damit auch beeindrucken", sagte Titz. Als Bürde wollte er die eigenen Fans nicht sehen. Man habe beim Sieg gegen Schalke erlebt, welche Kraft man aus dem Zusammenspiel mit Mannschaft und Anhängern ziehen kann, so der HSV-Coach.

Ganz konnte er sich den Ausblick auf einen möglichen Sieg gegen den Sportclub aber nicht verkneifen. Auch wenn er nicht in die Zukunft schauen wolle - mit drei Punkten aus dem Heimspiel im Rücken habe man auch die Möglichkeit in Wolfsburg zu gewinnen. Dann wäre das "Wunder" tatsächlich noch einmal greifbar. Mit dem gegenteiligen Szenario wolle sich Titz dagegen nicht beschäftigen, auch wenn er weiß, dass am Samstag bei einer Niederlage alles vorbei sein kann.


Vielmehr gab er Einblicke in die mentale Arbeit mit dem Team. Er versuche in die Bildhaftigkeit zu gehen, gerade vor dem Hintergrund der Saisonverläufe in den letzten Jahren, als dem HSV stets die Rettung in letzter Minute gelang. "Was passiert, wenn wir einen Heimsieg holen?", sollen sich die HSV-Profis vorstellen. Die genauen Abläufe des "Mentaltrainings" sollen aber mannschaftsintern bleiben, wiegelte Titz ab.

Offensive Marschroute soll beibehalten werden


Wie genau er das nächste Endspiel gegen Freiburg angeht, wollte Titz ebenfalls nicht verraten. Ob auf der Position vor der Abwehr wie bisher Matti Steinmann oder Albin Ekdal auflaufen wird, ließ er offen. Beide seien "tolle Spieler" mit unterschiedlichen Qualitäten. Es könnten auch beide gemeinsam beginnen, erklärte Titz. 


Umstellen muss er auf jeden Fall auf der linken Verteidigerposition. Dort fehlt der Brasilianer Douglas Santos Gelb-gesperrt. ​Youngster Stephan Ambrosius schien der Favorit zu sein, fehlte am Donnerstag aber beim Training. "Stephan hat Flüssigkeit im Knie. Wir müssen schauen, wie es morgen aussieht. Aber wir haben auch andere adäquate Alternativen im Kader", befand der HSV-Coach. Namentlich heißen die Rick van Drongelen oder aber ​Dennis Diekmeier, der zuletzt in Hoffenheim im Aufgebot fehlte.

So oder so: "Wir wollen selbst das Heft des Handelns in die Hand nehmen und den Gegner von Beginn an unter Druck setzen", bekräftigte Titz, dass man von der neuen, offensiven Marschroute nicht abkehren wolle.