Rein rechnerisch hat der SV Werder Bremen den Klassenerhalt noch nicht gesichert, doch es steht außer Frage, dass die Mannschaft von Florian Kohfeldt auch in der kommenden Saison in der Bundesliga auflaufen wird. Auf der Pressekonferenz vor der Partie beim VfB Stuttgart sprach Kohfeldt neben einem "beeindruckenden" Gegner über seine Erwartungen an die Mannschaft im Saisonendspurt sowie Robert Bauer, ​der den Verein möglicherweise im Sommer verlassen wird


Vier Spieltage vor Schluss rangiert Werder Bremen mit 37 Punkten auf dem zwölften Tabellenplatz und hat ein angenehmes Polster von sieben Zählern auf den Relegationsplatz, den derzeit der SC Freiburg belegt. Doch Trainer Florian Kohfeldt fordert trotz des fast schon sicheren Klassenerhaltes weiterhin Vollgas von seiner Mannschaft: "Man kann da nicht durchatmen, es geht immer weiter. Durchatmen kann man in der Sommerpause", so der 37-Jährige auf der heutigen Pressekonferenz. Denn in seinen Augen wirke sich die jetzige Leistung auch auf die Zukunft aus: "Die jetzige Saison hat keinen Einfluss auf die Punkte der nächsten Saison. Aber was im Kopf bleibt, ist die Leistung - die wirkt sich auch auf die neue Saison aus. Deshalb haben die restlichen Spiele eine Auswirkung auf die neue Saison."

Dennoch ist Kohfeldt alles andere als unzufrieden mit der derzeitigen Platzierung: "Wenn wir im November gesagt hätten, dass wir 4 Spieltage vor Schluss die Möglichkeit haben, den Klassenerhalt perfekt zu machen, hätten wir es gerne genommen. Es ist nicht entscheidend, ob es am Samstag fix wird. Wichtig ist, dass er da stehen wird." Doch weshalb schaffte die Mannschaft unter seiner Leitung den Turnaround? 


Es sei "die große Lust auf Siege", so Kohfeldt, gepaart mit dem Bewusstsein darüber, "was dazu gehört. Dinge ausblenden, immer wieder bereit sein alles abzurufen." Besonders gehe es jedoch darum "dass wir da sein müssen, wenn es darauf ankommt. Die Mischung aus Entspannung, auch im Kopf, und dann wieder voll da zu sein", sei entscheidend.


Kohfeldt vom VfB beeindruckt - Augustinsson fällt weiter aus


Mit dem VfB Stuttgart wartet auf die Bremer jedoch ein harter Brocken, dessen ist sich der Trainer sicher: "Wir müssen uns überlegen, wie wir den Gegner bespielen können und ich glaube nicht, dass wir da viel auf Umschaltsituationen setzen können. Wir brauchen eine hohe Intensität gegen den Ball." 

VfB Stuttgart v Hannover 96 - Bundesliga

   Seit Tayfun Korkut das Amt in Stuttgart übernahm, kletterte der VfB von Rang 14 auf                                              Platz 10 und sammelte dabei 19 Punkte


Unter Korkut verlor der VfB nur eines der letzten zehn Bundesligaspiele, weshalb die Schwaben unter der Leitung des 44-Jährigen laut Kohfeldt einen "beeindruckenden Weg" eingeschlagen haben und besonders durch ihre Mentalität begeistern: "Sie sind für mich die disziplinierteste Mannschaft der Liga in der Ordnung. Deshalb sind sie sehr schwer zu bespielen."


Während Werder am Samstag auf Ludwig Augstinsson, der weiterhin aufgrund einer Oberschenkelverletzung ausfallen wird, und möglicherweise auf Aron Johannsson verzichten muss, äußerte sich Kohfeldt noch einmal zu Robert Bauer, dessen Berater vor wenigen Tagen offen über den Wechselwunsch des 23-Jährigen sprach: "Wir haben ein normales Trainer-Spieler-Verhältnis. Ich fördere ihn im Training, kritisiere ihn, um ihn besser zu machen. Und er hat das ja auch nicht gesagt, es war sein Berater." 

Generell stelle dies für ihn auch kein Problem dar - zumindest unter einer Bedingung: "Solange sich Spieler im Mannschaftskreise gut verhalten und bereit sind, Leistung zu zeigen, ist das kein Problem für mich. Sollte ich diese Bereitschaft nicht merken, werde ich Konsequenzen ziehen." Bauer wurde zuletzt unter anderem ​mit West Bromwich Albion in Verbindung gebracht, verbrachte die letzten vier Partien jedoch über 90 Minuten auf der Bank und scheint schon bald mit dem Kapitel Werder abschließen zu wollen.