Kevin-Prince Boateng war noch nie ein Profi von der Stange und wird es vermutlich auch nie werden. In Frankfurt erlebt der Ex-Bad-Boy einen Wandel vom Enfant Terrible zum Führungsspieler. Als solcher ist er vor seiner Rückkehr auf Schalke gefragter denn je - findet auch Olaf Thon.


Viel los bei Eintracht Frankfurt dieser Tage: Das ​Wechsel-Theater um Trainer Niko Kovac bestimmte die Szenerie - dabei stehen sportlich bedeutende und schwierige Aufgaben bevor. In der Liga ging Spiel eins nach dem beschlossenen Kovac-Abgang ​bereits mächtig in die Hose. Mit 4:1 musste sich die Eintracht beim direkten Konkurrenten Leverkusen geschlagen geben. Am Mittwochabend steht das ​nächste Topspiel an: Auf Schalke will die SGE den zweiten Pokal-Finaleinzug in Folge klarmachen.

FC Schalke 04 v VfB Stuttgart - Bundesliga

KPB spielte von 2013-2015 zweieinhalb Jahre in Königsblau


Bei seiner ​Rückkehr in die Veltins-Arena kommt Eintracht-Star Kevin-Prince Boateng eine besonders wichtige Rolle zu. Nach seinem überraschenden Wechsel aus Spanien an den Main wirkt der 31-Jährige wie ein neuer Spieler - oder besser gesagt neuer Mensch. Den Bad Boy, den man einst bei Hertha, Dortmund und Schalke kannte, gibt es nicht mehr. Boateng ist unter Kovac in Frankfurt zum Führungsspieler gereift, der sowohl mit seinen Leistungen auf dem Platz, als auch als angesehener Anführer im Team vorangeht.


Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale und vier Bundesligaspielen vor Saisonende kommt dem gebürtigen Berliner mit Wurzeln in Ghana in der Frankfurter Multi-Kulti-Truppe eine enorm bedeutende Rolle zu: Der Star-Routinier als Integrationsbeauftragter und Vermittler zwischen scheidendem Trainer und Team.


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Für Eurofighter-Kapitän Olaf Thon sind Boatengs Führungsqualitäten jetzt besonders gefragt


Das sieht auch Weltmeister und Ex-Schalker Olaf Thon so. In der TV-Sendung hr-​heimspiel! forderte er von Boateng die neu-gewonnenen Führungsqualitäten im Saisonendspurt zu zeigen. "Er ist jetzt gefragt. Dass er spielerisch die Klasse hat: klar. Dass er das körperlich durchhält, war fraglich. Aber menschlich ist er in dieser Saison gewachsen", befand Thon. "Da hat Niko einen Führungsspieler aufgebaut, wo wir alle überrascht sind. Aber jetzt kommt eine Phase, wo er gefragt ist. Wo er dem Trainer, der Mannschaft helfen kann. Ich bin gespannt, wie er das in den letzten Spielen handelt, ob er der große Vermittler ist oder etwas anderes passiert. Eine Rote Karte etwa", so der 51-Jährige weiter.