Beim Hamburger SV bereitet man sich auf den Abschied aus der Fußball-Bundesliga vor. Acht Punkte trennen die 'Rothosen' bei nur vier ausstehenden Spielen vom rettenden Ufer. Zufrieden ist man an der Elbe trotz der Misere mit Trainer Christian Titz, der dem HSV seit seiner Amtsübernahme neues Leben eingehaucht hat.


Christian Titz ist beim Hamburger SV so etwas wie ein interner Feuerwehrmann. Mitte März wurde der 47-Jährige aus der zweiten Mannschaft hochgezogen und übernahm die Profis in der möglicherweise schwersten sportlichen Situation der Vereinsgeschichte. Vier Spieltage vor Saisonende kehrt an der Elbe bei Christian Titz die Gewissheit ein: Der Verein ist nicht mehr zu retten. An seiner Arbeit liegt und lag das nicht.


"Unser Trainer macht seine Sache richtig gut. Die Fans empfinden den neu eingeschlagenen Weg mit ihm und mit vielen jungen Kräften als richtig und können sich damit identifizieren, das hat auch die Reaktion der Anhänger nach der 0:2-Niederlage in Hoffenheim gezeigt. Wir werden weiterhin diesen neuen Weg beschreiten müssen, unabhängig von der Ligazugehörigkeit, wenn wir unseren HSV wieder erstarken lassen wollen", erklärte HSV-Vorstand Frank Wettstein gegenüber HSV.de. Zwischen den Zeilen stellt Wettstein Trainer Titz offenbar eine Anstellung über den Sommer hinaus in Aussicht - geklärt ist die Zukunft des Trainers aber noch nicht.

TSG 1899 Hoffenheim v Hamburger SV - Bundesliga

Hat dem HSV Hoffnung geschenkt: Cheftrainer Christian Titz



Konzentrieren will man sich beim HSV trotz der Ausweglosigkeit der Situation auf den Klassenerhalt. Was Vorstand Wettstein noch Hoffnung macht? "Die Arbeit, die unser Trainerteam unter der Leitung von Christian Titz mit der Mannschaft leistet. Die Spielidee, die das Team seit dem Trainerwechsel auf den Platz bringt. Und die Atmosphäre, die unser Publikum bei unseren Spielen erzeugt, auswärts und zuhause. Unsere Fans haben ein feines Gespür für die aktuelle Lage." 


Seit vier Spielen steht Christian Titz beim HSV am Rand, verlor zwei Spiele und konnte immerhin ein Unentschieden und einen Sieg erringen. Für den HSV in dieser Saison eine fast schon überragende Punktausbeute. Nicht umsonst soll sich der aktuelle Zweitligist Holstein Kiel um die Dienste Titz' bemühen. Der muss sich zunächst aber auf das anstehende - und möglicherweise schon entscheidende - Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg vorbereiten. Wie es danach mit ihm und dem HSV weitergeht, wird sich zeigen.