​Ex-Bundestrainer Berti Vogts teilte gehörig gegen Borussia Mönchengladbach aus. Der ehemalige Spieler der Fohlen ließ in seiner Kolumne kein gutes Haar an seinem Ex-Klub und lieferte eine knallharte Analyse der aktuellen sportlichen Situation.


"Man will mit den Top-Klubs mithalten, aber ist nicht bereit, über Fehler zu sprechen", schrieb der langjährige Borussia-Spieler in seiner Kolumne auf T-Online. "Man muss doch auch mal die Wahrheit sagen: Der Auftritt gegen den FC Bayern am vergangenen Wochenende war für einen Klub wie Borussia Mönchengladbach einfach nur beschämend." Trotz der bereits sicheren Meisterschaft gewann der FC Bayern mit einer Art B-Elf 5:1 gegen die Gladbacher. "Und auch sonst habe ich nicht viele gute Spiele gesehen in dieser Saison", so Vogts weiter.



Der 71-Jährige spielte zwischen 1965 und 1979 bei den Fohlen und prägte die bisher erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte. Fünfmal wurde die Borussia in dieser Zeit Deutscher Meister, einmal Pokalsieger sowie zweimal UEFA-Cup-Sieger. Zudem wurde Vogts mit der deutschen Nationalmannschaft Welt- und Europameister. 


An die Erfolge von damals erinnert heutzutage nur noch wenig. Daran konnte auch der gut gestartete Dieter Hecking nichts ändern: "Dieter Hecking hat anfangs gute Arbeit gemacht, er hat das Vertrauen von Manager Max Eberl und noch einen Vertrag bis 2019", schrieb Vogts weiter und fordert: "Viel wichtiger als ein neuer Trainer ist angesichts dieser enttäuschenden Saison ein Umdenken im Klub! Es wird immer versucht, alles ruhig und harmonisch zu lösen. Aber in der Position von Max Eberl wäre es nötig gewesen, kräftig auf den Tisch zu hauen und alles im Klub zu hinterfragen. Stattdessen wird die Schuld bei anderen gesucht – zum Beispiel beim Publikum oder der schlechten Stimmung."


Aktuell belegt Gladbach nur Rang acht der Tabelle, sechs Punkte hinter einem Europa-League-Platz. Am Niederrhein wird wohl in der nächsten Saison keine internationale Hymne ertönen, erst recht nicht, die Champions-League-Fanfare.