Eintracht-Sportchef Fredi Bobic und Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic haben ihre Differenzen beigelegt. Auf einer Managertagung in Frankfurt sprachen sich die beiden über den Ablauf des Kovac-Wechsels aus. Bobic spielte im Anschluss sogar den Fahrer für seinen Kollegen aus München.


Der Wechsel von Noch-Frankfurt-Coach Niko Kovac auf die Trainerbank des FC Bayern hat hohe Wellen geschlagen. Der Rekordmeister nutzte eine Ausstiegsklausel im bis 2019 laufenden Vertrag von Kovac, um ihn für die kommende Saison als Heynckes-Nachfolger zu gewinnen. Das alles geschah offenbar ohne das Wissen von Eintracht Frankfurt und kam noch vor der offiziellen Verkündung am vergangenen Donnerstagabend an die Öffentlichkeit.


Eintracht-Sportchef Fredi Bobic gefiel die Vorgehensweise der Bayern überhaupt nicht. Das brachte er auf der Pressekonferenz vor der Bundesligapartie in Leverkusen deutlich zum Ausdruck. Als ​"unprofessionell ​und respektlos" empfand er den Ablauf des Wechsels vonseiten der Bayern. Es sei "extrem bedenklich", dass die Informationen direkt öffentlich wurden, ohne zuvor die Eintracht zu informieren, so Bobic weiter.

In München sah man das völlig anders: Sportdirektor Hasan Salihamidzic bekräftigte, dass "vonseiten des FC Bayern überhaupt keine Informationen nach außen" gelangt waren. Man hätte "überhaupt kein Interesse daran" gehabt. Bobic sei von ihm nicht persönlich kontaktiert worden, weil Niko Kovac seinem Vorgesetzten bei der Eintracht den Wechsel selbst näher bringen wollte. "Natürlich hätte ich sie danach angerufen, aber ich konnte ja nicht wissen, dass es Donnerstagabend rauskommt", beteuerte der 41-Jährige. Man habe sich ​"überhaupt nichts vorzuwerfen", schließlich hätte man "es denen ja auch Mitte Mai sagen können und deswegen finde ich, dass sich der FC Bayern total fair verhalten hat, weil Fredi Bobic und Bruno Hübner [Sportdirektor, Anm. d. Red.] nun vier Wochen mehr Zeit haben, um sich nach einem neuen Trainer umzuschauen", meinte Salihamidzic am Rande des 5:1-Sieges gegen Gladbach.


Die deftige Bobic-Kritik kam in München nicht gut an. Bayern-Präsident Uli Hoeneß wurde noch deutlicher und ​schaltete auf Gegenangriff: Hoeneß bezeichnete die Aussagen von Bobic als "unverschämt" und argumentierte ähnlich wie sein Sportdirektor. "Wir haben uns sehr professionell verhalten. Wir haben eine Lücke im Vertrag genutzt, die er gemacht hat", konterte Hoeneß die Bobic-Aussagen.


Versöhnung zwischen Bobic und Salihamidzic auf Managertagung


Am Montag kam es auf einer Managertagung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt zum ersten Aufeinandertreffen zwischen Bobic und Salihamidzic. Die beiden nutzen die Chance, um noch einmal von Angesicht zu Angesicht über den Kovac-Wechsel zu sprechen. "Ich habe unseren Standpunkt noch einmal ganz klar zum Ausdruck gebracht. Wir haben uns ausgetauscht", sagte Bobic der Bild. Für Kollege Salihamidzic sei der Streit nun "kein Thema" mehr, wie er gegenüber der Welt bekräftigte. 

Die Aussprache hatte offenbar gefruchtet. "Wir sind ja trotz allem Kollegen, wir wollen ein normales Miteinander. Jetzt geht es in der Bundesliga wieder normal weiter", zeigte sich Bobic versöhnlich und spielte im Anschluss sogar den Fahrer für Brazzo: "Ich habe ihn zum Flughafen gebracht. Schließlich habe ich ja Heimrecht."