​Beim Abstiegsduell zwischen dem FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg sorgte der Videobeweis erneut für ein Novum in der Fußball-Bundesliga. Schiri Guido Winkmann entschied nach dem Halbzeitpfiff nach Ansicht der TV-Bilder auf Elfmeter für die Mainzer - und musste die Freiburger aus der Kabine beordern. Alles lief korrekt ab, dennoch sorgte die Entscheidung für Gesprächsstoff.


"Ich glaube, dass es absolut korrekt war", betonte 05-Trainer Sandro Schwarz, dessen Team am Ende mit 2:0 gegen die Freiburger gewinnen konnte, in der Mixed-Zone gegenüber Eurosport. "Ich habe es auf dem Bildschirm gesehen und dachte mir, dass es ein klarer Elfer ist. Der Zeitpunkt war extrem unglücklich. Aber an sich, von der Situation her, war es richtig und ein klarer Elfmeter." Sein Gegenüber Christian Streich war natürlich anderer Meinung, auch wenn er dies nicht öffentlich kundtun wollte: "Ich sag nichts mehr dazu. Ich war nicht ruhig in Schalke. Deswegen bin ich jetzt ruhig. Ich habe mir vorgenommen, so etwas über mich ergehen zu lassen. Wir thematisieren das intern nicht und wollen die Dinge beeinflussen, die wir beeinflussen können."



Marc-Oliver Kempf hatte das Leder kurz vor der Pause im Strafraum mit der Hand berührt. Schiri Winkmann, der dies auf dem Platz übersehen hatte, wurde nach dem Halbzeitpfiff von Video-Schiri Bibiana Steinhaus aus Köln angefunkt. Die Folge: Elfmeter. "In der Situation selbst habe ich keine Wahrnehmung gehabt, dass es ein Handspiel gewesen sein könnte. Aus Köln kam dann der Hinweis, dass ich die Szene in jedem Fall selbst überprüfen muss, weil ein strafbares Handspiel vorgelegen habe", resümierte der Referee gegenüber dem kicker.


"Es ist erst mal so, dass ein Halbzeitpfiff nur das Spiel unterbricht. Wäre es nach dem Schlusspfiff passiert, hätten wir gar keine Eingriffsmöglichkeit gehabt. Das ist von der Regeltechnik schon einmal eine ganz wesentliche Geschichte. Ich habe den Freiburger Spielern, von denen noch drei oder vier auf dem Platz waren, schon kommuniziert, dass Sie bitte warten mögen, weil jetzt gleich ein Check kommt. Aber natürlich ist es auch so, dass, wenn man eventuell von einer Entscheidung betroffen ist, die Leute erst mal weitergehen."



Pablo de Blasis trat dann zum Elfer gegen den schon in die Kabine gegangenen Alex Schwolow an: "Das war sehr kurios, dass wir in der Kabine sitzen und eine Aktion überprüft wird und wir dann rausgerufen werden", erinnerte sich der Keeper. "Das konnten wir erstmal gar nicht glauben. Sehr kurios. Vom Gefühl her sage ich, es war keiner. Ich war noch im Spielertunnel und habe mitbekommen, dass die Aktion überprüft wird. Ich bin dann trotzdem in die Kabine, weil ich gehofft habe, dass kein Elfmeter gepfiffen wird."


Doch de Blasis verwandelte und schickte die Freiburger erneut in die Kabine - diesmal mit einem Rückstand. Kurz vor Schluss waren es wieder der Argentinier und Schwolow, die im Mittelpunkt standen. Nach einem eklatanten Lapsus des Freiburger Keepers sorgte de Blasis mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung. Die Mainzer machten einen kleinen Schritt Richtung Klassenerhalt, die punktgleichen Breisgauer verbringen diese Woche nun auf dem Relegationsplatz.