Die Verpflichtung von Niko Kovac als kommender Trainer des FC Bayern München schlägt auch einige Tage später noch immer hohe Wellen. Während besonders die Darstellung der zügigen Übereinkunft vielmals als unglaubwürdig abgestempelt wird, erhielt Kovac in der Sky-Sendung 'Wontorra - der Fußball Talk' Rückendeckung von einem Trainerkollegen.


Der FC Bayern München hat seinen Trainer für die kommende Saison gefunden, doch wie sind eigentlich die Verhandlungen abgelaufen? Niko Kovac selbst sprach auf der Pressekonferenz am Freitag von einer ​raschen Einigung am Donnerstag: "Ich habe vor einer Woche gesagt, dass es keinen Kontakt zu Bayern München gab. Das hat sich schlagartig geändert. Gestern kam eine Dynamik in den Tag, wie ich es in dieser Form noch nicht erlebt habe. Ich habe gestern ein Anruf aus München bekommen, bei dem ich ein Vertragsangebot erhalten habe. Das habe ich auch angenommen", so der 46-Jährige.


Die Aussagen Kovacs sorgen in den Medien für Zweifel, ​wurde schließlich über ein vorheriges Treffen zum Ende des vergangenen Jahres berichtet. Während Bayerns-Sportdirektor Hasan Salihamidzic erneut bekräftigte, am Donnerstag eine Einigung erzielt zu haben, stellte sich 1899 Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann bei 'Wontorra - der Fußball Talk' auf die Seite des 46-Jährigen: "Ich möchte Niko schon ein bisschen zur Seite springen. Wenn man sich mit der Thematik befasst, fällt einem auf, dass angeblich in seinem Vertrag eine Klausel für Bayern München war. Sprich: Er hat sich damals bei der Vertragsverlängerung in Frankfurt schon Gedanken gemacht in Bezug auf Bayern München - Was passiert, wenn die mich eines Tages anrufen?"

Zwar seien diese Überlegungen zum damaligen Zeitpunkt vermutlich nur reine Gedankenspiele gewesen, doch besonders in den vergangenen Wochen sei es "natürlich so" gewesen, dass sich Kovac tatsächlich mit einer ersten Kontaktaufnahme der Bayern beschäftigt haben könnte. 


Zudem würden die Verhandlungen heutzutage anders verlaufen: "Der Anruf kam anscheinend am Donnerstag und dann glaube ich nicht, dass die Entscheidungskette so lang ist und dass er tausend Dinge besprechen muss. Dass man den Co-Trainer mitnimmt, ist heutzutage im Fußball relativ normal. Und ich bin auch ganz ehrlich: Die Trainer-Gespräche, die die Vereine immer führen müssen, das Trainer-Scouting [...] Das ist alles nicht mehr so an der Tagesordnung, wie es vor 10, 20 Jahren der Fall war", so Nagelsmann.

Eintracht Frankfurt v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

          Julian Nagelsmann denkt in diesem Jahr nicht an einen Abschied


Während er Kovacs Wechsel nach München verteidigte, schloss Nagelsmann erneut aus, sich im Sommer einem anderen Verein anzuschließen: "Ich habe wie gesagt die Klausel bis 2019, habe eigentlich einen Vertrag bis 2021. Ich habe mal betont, dass es niemals von mir einen Krieg geben wird, dass ich mich irgendwo rausboxen will. Wenn wir unerfolgreich gewesen wären und Dietmar Hopp gesagt hätte: 'Du musst gehen' - und wäre dann 2018 ein Verein gekommen, dann hätte ich es überlegt. Aber ich habe dem Verein etwas zu verdanken."


Nagelsmann spüre "eine gute Symbiose" innerhalb des Vereins, weshalb er betonte: "Es gibt 2018 keine Möglichkeit, aber ich bin deswegen auch nicht böse oder sauer." Zugleich zeigte er sich trotz der turbulenteren Saison seiner Mannschaft mit den bisherigen Erfolgen zufrieden: "Ich bin nicht bei Hinterdupfingen Trainer, sondern bei der TSG. Wir spielen Bundesliga und stehen aktuell auf Platz fünf. Hätte mir das jemand vor zwei Jahren gesagt, wäre ich extrem glücklich darüber gewesen, und das bin ich heute auch."