Spieler und Verantwortliche von Eintracht Frankfurt erlebten eine turbulente Arbeitswoche, die ihren Höhepunkt beim Auswärtsspiel in Leverkusen fand. Trotz der ​1:4-Niederlage gegen die 'Werkself'boten die 'Adler' phasenweise eine gute Leistung und konnten bereits in den Tagen zuvor für Klarheit in der ein oder anderen Personalie sorgen.


In Frankfurt war man sich einig: Die persönliche Zukunft von Noch-Trainer Niko Kovac solle in den entscheidenden Wochen der Saison keinen entscheidenden Einfluss auf die Mannschaftsleistung nehmen. Dass dieser Fall nicht eingetreten ist, bestätigte vor allem die Performance aus dem ersten Durchgang, als man dem Gastgeber aus Leverkusen ein ums andere Mal Probleme bereitete.


"Wir haben auswärts gegen einen Topgegner gespielt, die stärkste Kontermannschaft der Liga. Die zweite Halbzeit war der entscheidende Punkt. Davor waren wir klar besser, bis auf das Gegentor", so die Einschätzung von Kovac nach der Partie laut der vereinseigenen Website. Sportvorstand Fredi Bobic schloss sich den Worten des Trainers an und hob die erneut erkennbare mannschaftliche Geschlossenheit hervor: "Unsere Spieler haben gefightet und alles rausgeholt, am Ende sind sie dann auf der Felge rausgegangen. Das ist das Entscheidende. Ich habe keine Bauchschmerzen gehabt, denn ich weiß, dass die Mannschaft in sich geschlossen ist", so der 46-Jährige laut ​kicker

Bayer 04 Leverkusen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

              Bis zum Saisonende will Niko Kovac das bestmögliche aus seinen Spielern                                        herausholen,  um einen gebührenden Abschied zu feiern


Der Auftritt im ersten Durchgang sei "überragend" gewesen, lediglich das Ergebnis habe nicht gestimmt. Doch im Anschluss richtete Bobic den Kopf nach vorne und legte den Fokus auf das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Schalke 04: "Am Mittwoch werden wir alles raushauen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich die Jungs belohnen würden."


Lob gab es ebenfalls vom Gegner: "Wir freuen uns natürlich riesig, dass wir gegen eine starke Eintracht den Sieg hierbehalten konnten. Allerdings spiegelt das deutliche Ergebnis den Spielverlauf nicht wirklich wieder", wurde etwa Leverkusens Trainer Heiko Herrlich in einem weiteren Bericht des kicker zitiert. "Die erste Halbzeit war ausgeglichen und eher zäh. Wir hatten Schwierigkeiten, uns ins letzte Drittel zu spielen", führte der gebürtige Mannheimer fort.


Torwartfrage endlich geklärt - Trainersuche beginnt


Es sei "eine komische Woche" gewesen, sagte Eintracht-Keeper Lukas Hradecky, der selbst nicht ganz unbetroffen war. Der 28-Jährige wird seit längerem mit einem Wechsel in Verbindung gebracht, und seit spätestens Donnerstag scheint er tatsächlich keine Zukunft mehr zu haben. Wie der Verein bekanntgab, ​wechselt Frederik Rönnow in der kommenden Transferperiode von Bröndby IF zur Eintracht, die Zeichen stehen bei Hradecky daher auf Abschied. 

Eintracht Frankfurt v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

        Nun steht fest: Die Zukunft von Lukas Hradecky wird wohl nicht in Frankfurt liegen



Wohin es ihn zieht, ist derzeit noch unbekannt. Doch in Frankfurt wird man sicherlich froh darüber sein, dieses Kapitel beendet zu haben - zumal sich Bobic & Co. nun mit einer anderen Frage beschäftigen müssen: Wer wird Nachfolger von Niko Kovac?


Wenngleich die zügige Berichterstattung und die Kommunikation zwischen beiden Vereinen ​besonders bei Bobic für Verärgerung sorgte, so besteht ab jetzt zumindest Klarheit um die Zukunft auf der Trainerposition. Die Verantwortlichen der Hessen haben nun einige Wochen mehr Zeit, um sich nach passenden Alternativen auf dem Markt umzusuchen - so bringt Spox beispielsweise Markus Weinzierl ins Spiel, der sich in den vergangenen Jahren besonders beim FC Augsburg unter Beweis stellte und die 'Fuggerstädter' nach und nach in der Bundesliga etablierte.


Fabian kommt besser in Fahrt - Geschlossenheit der Fans


Der Mexikaner Marco Fabian fiel über weite Teile der Saison aufgrund von Problemen an den Lendenwirbeln aus und stand auch den gesamten März über nicht zur Verfügung. Gegen Werder Bremen gab er sein Comeback und stand in den darauffolgenden Partien in der Anfangsformation. Der 28-Jährige weiß auf Anhieb zu überzeugen und erzielte in Leverkusen den zwischenzeitlichen Ausgleich. Besonders nach der Partie gegen 1899 Hoffenheim am vergangenen Wochenende ​lobte Kovac seinen Schützling und dürfte auch in den kommenden Wochen voll und ganz auf ihn setzen, um von Fabians steigernder Leistung Gebrauch zu machen.

Derweil bewiesen die Anhänger der Eintracht, dass sie trotz allem bedingungslos hinter der Mannschaft stehen. Neben der lautstarken Unterstützung während der Partie feierten sie auch im Anschluss an die Niederlage gemeinsam mit den Spielern und setzten so ein wichtiges Zeichen im Kampf um die Europapokalplätze. Die Unterstützung des Anhangs könnte den Spielern noch einmal einen wichtigen Schub geben - auch im Hinblick auf das Pokalspiel gegen Schalke, bei dem man den zweiten Finaleinzug in Folge perfekt machen will.