​Am Samstagnachmittag konnte sich Bayer 04 Leverkusen zuhause mit 4:1 gegen Eintracht durchsetzen. Die Gastgeber gingen in der 20. Spielminute durch einen Kopfballtreffer von Julian Brandt in Führung. Nur 150 Sekunden später gelang der Eintracht durch Marco Fabian der verdiente Ausgleich. In der zweiten Halbzeit war die Werkself die mutigere Mannschaft und belohnte sich durch einen Hattrick von Kevin Volland.



Bayer 04 Leverkusen - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:1)

Tore: 1:0 Brandt (20.), 1:1 Fabian (23.), 2:1 Volland (71.), 3:1 Volland (77.), 4:1 Volland (88.)



Beim direkten Duell um einen Champions-League-Platz musste Leverkusen-Coach Heiko Herrlich den verletzten Brasilianer Wendell ersetzen. Für den 24-Jährigen rückte Panagiotis Retsos in die defensive Dreierkette der Werkself. Jonathan Tah war eigentlich für die Startelf vorgesehen, verletzte sich jedoch beim Warmmachen. Für den Verteidiger rückte Benjamin Henrichs ins Team.


Im Spiel eins nach der Bekanntgabe des anstehenden Engagements von Niko Kovac beim FC Bayern München, stellte der 46-jährige Chefrainer der Eintracht seine Mannschaft, im Vergleich zum 1:1 gegen die TSG 1899 Hoffenheim am 29. Spieltag, auf zwei Positionen um. In der Defensive rückte Simon Falette für Marco Russ in die Startelf. Zudem durfte Gelson Fernandes nach zwei Spielen auf der Ersatzbank wieder von Beginn an ran. Der angeschlagene Stürmer Luka Jovic musste dafür weichen.


Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena tasteten sich beide Mannschaften zu Beginn  gegenseitig ab. Bei den Gästen agierte Kevin-Prince Boateng in der Sturmspitze und wurde von Marius Wolf und Marco Fabian unterstützt. Bereits nach acht Minuten beging Lars Bender ein taktisches Foul und sah die fünfte gelbe Karte in dieser Saison. Damit ist der Bayer-Kapitän für das nächste Topspiel am kommenden Wochenende gegen Borussia Dortmund gesperrt. Die erste Chance der Partie ließ Kevin Volland in der 14. Minute liegen. Nach Vorlage von Lars Bender landete der Abschluss des Deutschen aus halblinker Position in den Händen von Lukas Hradecky.


Beide Mannschaften versuchten bei Ballgewinn schnell umzuschalten. Die Frankfurter liefen die Gastgeber früh an und versuchten das Team von Trainer Heiko Herrlich zu zwingen, lange Bälle zu schlagen. In der 20. Spielminute waren die 'Adler' aber zu passiv und wurden von der Werkself knallhart bestraft. Ein Klärungsversuch von Makoto Hasebe landete bei Kai Havertz, der den Ball in den Strafraum löffelte. Julian Brandt war zur Stelle und köpfte den Ball mit Hilfe des linken Innenpfosten in die Maschen.


Die Eintracht zeigte sich jedoch keineswegs geschockt und reagierte blitzschnell. So gelang dem Team von Trainer Niko Kovac nur drei Minuten später der Ausgleich. Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf kombinierten sich gekonnt durch die Defensive der Gastgeber und bedienten im Strafraum Marco Fabian. Der Mexikaner schob den Ball an Bernd Leno vorbei ins Netz. Dabei war der Schlussmann zwar noch dran, konnte das Leder aber nicht entscheidend ablenken.

Bayer 04 Leverkusen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Julian Brandt gelang sein erst zweiter Kopfballtreffer in seiner Bundesligakarriere


Die beiden Treffer veranlassten die Mannschaften in der Folge etwas vorsichtiger zu agieren. Dabei rieben sich die beiden Schwergewichte in vielen Duellen im Mittelfeld auf, die Partie blieb dennoch auf einem guten Niveau. Bei Leverkusen war Julian Brandt sehr emsig und versuchte es auch ab und an aus der zweiten Reihe. Sein Distanzschuss in der 34. Spielminute rauschte aber knapp am linken Pfosten vorbei. Ansonsten gelang es beiden Defensivreihen, den Gegner besser vom eigenen Sechzehner fernzuhalten und so ging man mit einem leistungsgerechten Remis in die Pause.


Bailey scheitert an der Latte - Frankfurt zieht sich zurück


Beide Mannschaften gingen personell unverändert in die zweite Hälfte, bei den Gastgebern tauschten lediglich Leon Bailey und Benjamin Henrichs die Seiten. Der Shootingstar aus Jamaika kam nun über die rechte Seite und sollte mit seinem starken linken Fuß nun häufiger in Abschlusssituationen kommen. In der 52. Spielminute wurden die Gastgeber um ein Haar für ihre Umstellung belohnt. Ein Distanzschuss des 20-Jährigen aus 22 Metern knallte aber gegen den Querbalken. Auch sonst kam die Werkself mit etwas mehr Schwung aus der Kabine.


Die Frankfurter standen nun etwas tiefer und kompakter. Leverkusen hatte nun deutlich mehr Ballbesitz, konnte sich aber nicht oft gefährlich ins letzte Angriffsdrittel durch kombinieren. In der 63. Spielminute wurde bei der Eintracht Sebastien Haller für Kevin-Prince Boateng eingewechselt. Doch auch mit dem Franzosen in der Sturmspitze agierten die Hessen in der zweiten Halbzeit ziemlich passiv und konnten kaum für Entlastung sorgen. Vielversprechende Kontersituationen wurden von der aufmerksamen Werkself im Keim erstickt.

Bayer 04 Leverkusen v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Kevin Volland gelang in der zweiten Halbzeit ein lupenreiner Hattrick


In der 71. Spielminute wurden die Gastgeber für ihre mutigere Spielweise belohnt. Kai Havertz legte den Ball mit der Hacke auf Kevin Volland vor. Der Deutsche behielt die Nerven und schlenzte den Ball an Lukas Hradecky vorbei ins Gehäuse der Eintracht. Dieses Mal konnten die Leverkusener nach einer Führung direkt nachlegen und schraubten nur sechs Minuten später den Spielstand auf 3:1 hoch. Erneut war Kevin Volland zur Stelle. Dieses Mal wurde der 25-Jährige vom zuvor eingewechselten Karim Bellarabi in Szene gesetzt und hatte aus kurzer Distanz freistehend vor dem Tor erneut keinerlei Mühe den Deckel auf die Partie zu machen.


Kurz vor dem Schlusspfiff legte Volland noch einmal nach und machte seinen dritten Treffer. Erneut war Karim Bellarabi der Vorlagengeber. In der Folge konnten die Gäste den Bock nicht mehr umstoßen und so mussten sie sich am Ende zurecht geschlagen geben, auch wenn das Ergebnis etwas zu hoch ausfiel. Durch den Sieg gegen den Tabellennachbarn konnte Bayer den vierten Platz zementieren und hat nun fünf Punkte Vorsprung auf das Team von Niko Kovac.


Spieler des Spiels:

Kevin Volland war der absolute Matchwinner dieser Partie. Mit einem lupenreinen Hattrick in der zweiten Halbzeit konnte er eindrucksvoll Werbung in eigener Sache machen.


Flop des Spiels:

In der zweiten Defensive konnte die Defensive der Eintracht dem Druck nicht mehr standhalten. Exemplarisch erwischte Makoto Habebe in der Abwehrkette nicht seinen besten Tag.


Tweet des Tages: