Auf Schalke verspürt Breel Embolo besonderes Vertrauen. Während seiner langen Leidenszeit wurde der Rekordeinkauf von den königsblauen Verantwortlichen behutsam aufgebaut. Der Youngster selbst wurde nach einer durchwachsenen Hinrunde nicht ungeduldig - auch wenn er im Winter viele Anfragen vorliegen hatte. Seit Beginn des Jahres erntet er nun die Früchte.


Breel Embolo ist weiterhin der teuerste Neueinkauf der Schalker Vereinsgeschichte. 22,5 Millionen Euro überwiesen die Knappen im Sommer 2016 an den Schweizer Serienmeister FC Basel. Dort war das Sturm-Juwel zum Nationalspieler gereift und kam bei der EM bis zum Achtelfinal-Aus der Eidgenossen in jeder Partie zum Einsatz.


Auf Schalke legte der wuchtige Offensiv-Allrounder einen mäßigen Start hin, erzielte in seinen ersten sieben Bundesliga zwei Treffer und bereitete ein Tor vor. Dann kam der 15. Oktober 2016: Embolo wurde von seinem ​Augsburger Gegenspieler Konstantinos Stafylidis rüde umgetreten. Der Youngster brach sich das Wadenbein, dazu rissen das Syndesmose- und Innenband - seine Leidenszeit begann. Erst zehn Monate später war Embolo wieder einsatzbereit, in körperlicher Topform präsentierte er sich im vergangenen Sommer aber noch nicht.

FC Augsburg v FC Schalke 04 - Bundesliga

Bitterer Moment: Konstantinos Stafylidis erwischt Embolo am Sprunggelenk und bricht dem Schweizer das Wadenbein.



Konnte er auch nicht, befand der neue Schalke-Trainer Domenico Tedesco und wollte den Schweizer behutsam aufbauen. So behutsam, dass ​Embolo hätte ​ungeduldig werden können. Wechselabsichten habe er aber nie gehegt, versicherte der in Kamerun geborene 21-Jährige. "Für mich war klar, als ich mich im Winter gut gefühlt habe und mich auf dem richtigen Weg gesehen habe, dass es nur einen Plan A mit Schalke 04 gibt. Christian Heidel hat auch immer betont, mich nicht verkaufen zu wollen“, sagt er im Gespräch mit der WAZ

An Interessenten habe es nicht gemangelt, wie er verrät: "Im Winter kamen ein paar Anfragen. Es ist klar, wenn ein junger Spieler nicht spielt, dass dann Klubs aufmerksam werden. Ich habe immer mit Manager Christian Heidel geredet“, so Embolo.


"Bei Schalke steht auch der Mensch im Vordergrund"


Seither hat sich ​Embolo in der Knappen-Elf festgespielt. Daran gezweifelt, dass sein Wechsel nach Schalke die richtige Wahl war, habe er ohnehin nie: "Kein einziges Mal. Ich habe mit Schalke einen familiären Verein gefunden, in dem Fußball gelebt wird. Schalke ist ein großer Verein", so Embolo und erklärt das Besondere an Königsblau: "Ich war verletzt und hatte so viel Unterstützung, wurde gezielt und behutsam herangeführt. Hier bei Schalke steht auch der Mensch im Vordergrund, nicht nur der Fußballer. Das ist manchmal sogar noch wichtiger, weil man dadurch großes Vertrauen aufbaut.“


Dabei hätte es ihn auch in eine andere Ruhrpott-Stadt verschlagen können. Der BVB soll ebenfalls an Embolo interessiert gewesen sein. "Sagen wir mal so: Es gab einige Interessenten aus der Bundesliga", hält er sich vor dem anstehenden Revierderby am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) bedeckt. "Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht den Eindruck, dass ich für die Bundesliga bereit bin. Ich wollte noch in Basel bleiben, dort auch meine Lehre beenden. Und grundsätzlich bin ich der Meinung, dass mir die Farbe königsblau gut steht“, meint er schmunzelnd.