Die Pressekonferenz mit Jupp Heynckes vor dem Samstag-Topspiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde von zwei Themen beherrscht, die nichts mit der Begegnung zwischen den Bayern und Heynckes' Jugenklub zu tun hatten: Das Hammer-Los Real Madrid im Champions-League-Halbfinale und die offizielle Verkündung von Niko Kovac als kommenden Bayern-Trainer.


​Es war mächtig viel los auf der Pressekonferenz des FC Bayern am Freitagnachmittag. Jupp Heynckes musste sich dem Fragenhagel der Journalisten stellen. Ein großes Thema war natürlich die gerade erst beendete Auslosung der Champions-League-Halbfinals. Die Bayern hatten dieses Mal ​kein Losglück und erwischten Real Madrid zum Königsklassen-Klassiker.


"Das ist eine herausragende Begegnung im europäischen Fußball. Es geht gegen den Titelverteidiger, ein absolutes Topteam mit überragenden Spielern", freute sich Heynckes auf die Begegnung mit den Königlichen, mit denen er selbst 1998 den Champions-League-Titel gewann. Den wollen die Madrilenen um Superstar Cristiano Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos am 26. Mai im Finale in Kiew zum dritten Mal in Folge verteidigen und den Henkelpott-Hattrick schaffen.

Sollte es dagegen dem Rekordmeister gelingen sich im Duell mit Real durchzusetzen, winkt ein mögliches Finale gegen den FC Liverpool mit Jürgen Klopp an der Seitenlinie. Wie schon 2013 im Triple-Jahr unter Heynckes, als Klopp noch den BVB trainierte. Darauf angesprochen ob er das noch im Hinterkopf habe, sagte der 72-Jährige schmunzelnd: "Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir eine Wiederholung wünschen."


Heynckes spricht über Kovac: "Das wird funktionieren - ganz sicher"


Es wäre die nächste Superlative in der Karriere der Trainer-Ikone. Zweites Triple hin oder her, im Sommer ist definitiv Schluss für Heynckes. Lange Zeit taten sich die Bayern-Verantwortlichen schwer, einen Nachfolger zu präsentieren. Der wurde nach den gestriegen Spekulationen vor der PK nun ebenfalls ​in einer offiziellen Pressemitteilung verkündet"Niko Kovac wird ab dem 1. Juli 2018 neuer Trainer des FC Bayern. Wir haben uns gestern auf einen Dreijahresvertrag geeinigt", wird Sportdirektor und Kovac-Kumpel Hasan Salihamidzic darin zitiert. 

Heynckes hatte für seinen designierten Nachfolger nur lobende Worte übrig. Er habe sich natürlich über Kovac informiert und auch dessen Biografie gelesen, versicherte der 72-Jährige. "Er arbeitet in Frankfurt mit sehr vielen unterschiedlichen Spielertypen und Nationalitäten zusammen. Das macht er exzellent. Deshalb ist er sicher prädestiniert, den FC Bayern zu trainieren", sagte Heynckes. 

Die fehlende internationale Erfahrung sei keine ausschlaggebendes Kriterium. Er selbst habe diese ebenfalls noch nicht gehabt als er 1987 von Borussia Mönchengladbach an die Säbener Straße wechselte. "Man wächst mit seinen Aufgaben", so Heynckes. "Das wird funktionieren - ganz sicher", meinte er zur Kovac-Verpflichtung weiter. "Er ist fleißig, innovativ, eloquent, jemand, der den Fußball liebt. Und jemand, der eine gute Kommunikation mit seinen Spielern pflegt. Ich finde, dass der FC Bayern mit ihm eine gute Wahl getroffen hat", bekräftigte Heynckes.


Anstehende Bundesligapartie gegen Gladbach verkommt zur Nebensache


Bei diesen großen Neuigkeiten geriet das kommende Bundesligaspiel am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr) fast schon zur Nebensache. Nicht aber für Heynckes - schließlich geht es gegen seinen Heimatklub. Zum "endgültig letzten Mal", wie er versicherte. Vor seinem ersten Rücktritt 2013 hatte sich Heynckes noch tränenreich aus dem Borussia-Park verabschiedet.


Der Bayern-Coach ließ wissen, trotz der sicheren Meisterschaft auch in der Bundesliga nicht nachlassen zu wollen. Fraglich ist dabei Arjen Robben. Der Niederländer, dessen Trainingseifer Heynckes mit dem von Cristiano Ronaldo verglich, hat sich gegen Sevilla eine starke Knieprellung zugezogen, wie der FCB-Coach mitteilte. "Deswegen hat er heute nicht trainiert. Ich muss sehen, ob er morgen kann. Wenn er kann, wird er anfangen", so Heynckes.

Grünes Licht gab er dagegen bei David Alaba. Der österreichische Linksverteidiger musste zuletzt passen, dürfte gegen Gladbach aber sein Comeback in der Startelf geben. 

"David hat gestern und heute gut trainiert. Wenn er keine negative Reaktion zeigt, wird er morgen spielen, das ist klar", bestätigte Heynckes.