Nach dem 3:2-Erfolg gegen den FC Schalke 04 schöpfen viele HSV-Fans im Abstiegskampf wieder etwas Mut. Unter dem neuen Trainer Christian Titz spielt dabei auch Angreifer Luca Waldschmidt wieder eine größere Rolle. In einem Interview mit der Hamburger Morgenpost sprach der Youngster nun über die spezielle Situation im Tabellenkeller und wie er mit der Belastung klar kommt.


Der Sieg gegen die 'Königsblauen' sei "wichtig für den Kopf" gewesen. "Direkt nach dem Spiel war es schon ein Wahnsinnsgefühl, endlich mal wieder gewonnen zu haben nach einer so langen Zeit. Das gibt uns Kraft." Dabei sei man dieses Mal endlich für eine gute Leistung auch belohnt worden. Dennoch gelte es nun, dies im nächsten Spiel zu bestätigen.

Der Angreifer, der im Sommer 2016 von Eintracht Frankfurt an die Elbe wechselte, unterstrich, was für einen großen Anteil auch die leidenschaftlichen Fans des Nordklubs am derzeitigen Aufschwung haben: "Unser Trainer hatte vor dem Spiel gesagt, dass wir unsere Fans als zwölften Mann brauchen. Genauso sehe ich das auch. Es klingt abgedroschen, aber wenn wir auf dem Platz spüren, dass sie hinter uns stehen, macht uns das stärker."


Angesprochen auf die mentale Belastung im Tabellenkeller, bestätigte der 21-Jährige, dass sich viel im Kopf abspielt. "Wenn du auf den Platz gehst und Angst davor hast, Fehler zu machen, oder vor jeder Situation darüber nachdenkst, ob du jetzt so oder lieber anders reagieren solltest, dann ist es meist schon zu spät", so Waldschmidt. Daher sei es wichtig auf sich selbst zu vertrauen. Wenn man "die Herausforderungen mit breiter Brust" angehe, falle vieles leichter.

Beim besonderen Druck im Abstiegskampf kommt dem Stürmer nach eigener Aussage eine besondere Charaktereigenschaft zugute: "Natürlich ist es nicht immer einfach, gerade jetzt im Abstiegskampf ist es sogar sehr schwer. Aber bei mir war es eigentlich schon immer so, dass ich alles ausblende, wenn ich auf dem Platz stehe. Zum Beispiel während des Abiturs. Der Stress verschwindet, weil ich in dem Moment einfach Spaß daran habe, Fußball zu spielen. Das ist für mich eben das schönste Gefühl, da spüre ich den Druck nicht."


Bereits am morgigen Samstag hat der dreifache deutsche U21-Nationalspieler die nächste Möglichkeit, seinen eisernen Willen unter Beweis zu stellen. Beim Auswärtsspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim wollen die Hanseaten unbedingt punkten, um den Abstand auf den Relegationsplatz, der aktuell fünf Zähler beträgt, weiter zu verringern.