​Dass Rafinha seine Form stark verbessert hat, konnte man bereits bei den vergangenen Partien in Augsburg und Sevilla erkennen. Seine wohl beste Leistung in dieser Saison lieferte der brasilianische Nationalspieler allerdings am gestrigen Mittwochabend ab, als er mal wieder als Linksverteidiger für den angeschlagenen David Alaba aushelfen musste. Ausgerechnet in der Schlussphase der Saison versucht Rafinha einen bleibenden Eindruck von seiner Wichtigkeit für den FC Bayern zu hinterlassen. Einen Rafinha dieses Kalibers haben wir eigentlich in den meisten Spielen dieser Saison nicht erlebt. 


Der 32-jährige Außenverteidiger sprang öfters für Dauerbrenner Joshua Kimmich und den verletzungsanfälligen David Alaba ein, dadurch kam er auf insgesamt 32 Einsätze in dieser Saison. Nicht schlecht für einen designierten Back-Up, der aber nach eigener Aussage das Zeug zur Stammkraft beim deutschen Rekordmeister hat. Mit Kimmich auf der rechten defensiven Außenbahn kann man sich aber beim FC Bayern solch eine Geste nicht erlauben, weshalb Rafinha zu seinem Verdruss nicht immer beginnen durfte. 


Rafinhas gestrige Leistung gegen den FC Sevilla zeigt aber, was für ein unglaublicher Luxus ein Reservist in solch einer Form sein kann. Der ehemalige Schalker lieferte neben heroischen Grätschen und präzisen Flanken auch ein überraschend starkes Zusammenspiel mit Franck Ribery auf der linken Seite. 

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Rafinha ging bei dieser Grätsche gegen Pablo Sarabia volles Risiko und zog sich dabei eine Schulterprellung zu. Zumindest vereitelte er dabei eine hundertprozentige Chance


Von Cheftrainer Jupp Heynckes gab es dafür das verdiente Lob nach dem Viertelfinal-Rückspiel (via Abendzeitung): "Er hat es in letzter Zeit sehr gut gemacht. Er war sehr agil und eine Bereicherung für die Mannschaft." Für Rafinha reichte es aus, sich nach der Partie als "Arbeiter" und "Kämpfer" zu bezeichnen, der lediglich seinen Job ausfüllt. Und genau diese Mentalität ist bei Top-Klubs wie dem FC Bayern rar gesät.


Rafinha scheint seinen vor wenigen Monaten geäußerten Unmut vergessen zu haben und möchte sich in dieser wichtigen Endphase nur noch wie ein Soldat in den Dienst der Mannschaft und des Trainers stellen: "Ich bin immer da, ich bin immer bereit, wenn der Trainer mich braucht."


Nun ist natürlich in München bei den Fans wieder die Lust auf eine Vertragsverlängerung aufgekommen. Rafinhas Arbeitspapier läuft wie bei 'Robbery' im kommenden Sommer aus. Dass der Verein mit dem langjährigen Münchner verlängern möchte, dürfte kein Geheimnis sein. Doch was denkt Rafinha hierüber? "Ich liebe diesen Verein. Jeder weiß, dass ich bei Bayern bleiben will." Darf man das als Treuebekenntnis werten? Wenn ja, dann wird es wohl bald auch bei ihm erfreuliche Neuigkeiten geben.