​Bei Hannover 96 drückt der Schuh vor der Auswärtspartie in Stuttgart gewaltig. Es droht fast die komplette Defensivreihe auszufallen. Die Improvisationskünste von Trainer André Breitenreiter sind gefordert.


Nach fünf Niederlagen am Stück war für Aufsteiger Hannover 96 die Abstiegszone bedrohlich näher gerückt. Der 2:1-Erfolg gegen Werder Bremen am vergangenen Freitag ließ die Niedersachen wieder ein wenig aufatmen. Relegationsplatz 16 ist fünf Spieltage vor Saisonende wieder acht Zähler entfernt - die akute Abstiegsgefahr erst einmal abgewendet.


Vor dem Auswärtsspiel bei Mitaufsteiger VfB Stuttgart plagt 96 jedoch erneut ein akuter Engpass in der Defensive. Eigengewächs ​Waldemar Anton fällt nach seiner schweren Muskelsehnenverletzung aus der Leipzig-Partie wohl ohnehin für den Rest der Saison aus. Innenverteidiger-Kollege Felipe laboriert weiter an den Folgen eines Muskelfaserrisses. So verteidigte gegen Werder Winter-Neuzugang Josip Elez an der Seite von Abwehrchef Salif Sané, der diese Woche seinen ​Abschied aus Hannover verkündete.


Ob der 23-jährige Kroate aber in Stuttgart erneut auflaufen kann, ist noch offen. Elez konnte am Donnerstag nur individuell trainieren. Sein Einsatz gegen die Schwaben ist noch nicht abzusehen, wie der Verein auf der Pressekonferenz vor der Partie bekannt gab. Als einziger bundesligaerfahrener Innenverteidiger bliebe neben Sané nur noch Florian Hübner, der allerdings die letzten zwei Spiele wegen einer Bänderdehnung verpasste. Der Einsatz des 27-Jährigen ist deshalb "nahezu ausgeschlossen", teilte Hannover mit.

Denkbar wäre auch eine Dreierkette, in die Rechtsverteidiger Oliver Sorg rücken könnte. Der zog sich jedoch einen leichten Hexenschuss zu und wird nun "rund um die Uhr" behandelt. Ob Sorg spielen kann, soll sich erst am Tag vor der Partie beim VfB entscheiden. Gleiches gilt für Marvin Bakalorz. Der zentrale Mittelfeldspieler konnte am Donnerstag nur eingeschränkt trainieren und soll sich morgen einem abschließenden Test unterziehen.

Mit dem Schweizer Pirmin Schwegler besitzt 96-Coach André Breitenreiter im Mittelfeld allerdings eine adäquate Alternative. In der Abwehr-Zentrale muss Breitenreiter dagegen wohl improvisieren.