Am Samstag (15:30 Uhr) empfängt die TSG Hoffenheim in der heimischen Rhein-Neckar Arena den Hamburger SV, dessen Formkurve unter Christian Titz merklich nach oben zeigt, was sich besonders beim 3:2-Erfolg gegen Schalke 04 widerspiegelte. 1899-Trainer Julian Nagelsmann erwartet daher eine Partie wie vor zwei Wochen, ​als man den 1. FC Köln mit 6:0 bezwingen konnte - wenngleich er nicht mit einem ähnlichen Ergebnis rechnet. Nebenbei sprach er auf der Pressekonferenz auch über Dennis Geiger, der in dieser Saison möglicherweise noch zum Einsatz kommen könnte.


15 Bundesligaspiele in Folge blieb der Hamburger SV sieglos, ehe man am vergangenen Spieltag den derzeitigen Tabellenzweiten Schalke 04 in die Knie zwingen konnte. Der bis dato letzte Erfolg datierte vom 26. November vergangenen Jahres, der damalige Gegner war die TSG Hoffenheim. 


An die 0:3-Niederlage in Hamburg wollte Trainer Julian Nagelsmann auf der heutigen Pressekonferenz nicht denken, vielmehr beschäftigte er sich mit den jüngsten Auftritten der Hanseaten, von denen er sich beeindruckt zeigte: "Der HSV hat gegen Schalke ein sehr gutes Spiel gemacht und spielt in letzter Zeit sehr aggressiv nach eigenem Ballverlust, auch mit neuen Ansätzen. Sie müssen am Samstag mit offenem Visier spielen. Das werden wir auch machen. Es wird interessant."

Er erwarte ein Spiel mit "großen Parallelen zur Partie gegen Köln", wird der 30-Jährige auf der vereinseigenen Website zitiert. "Ebenso wie die Kölner haben jetzt auch die Hamburger einen Spieltag vor unserer Begegnung gewonnen und sich so einen Strohhalm erspielt, an dem sie sich halten können", führte er seine Begründung aus. 


Unter Titz, der zuvor die zweite Mannschaft betreute, trete der HSV nun deutlich spielfreudiger auf: "Sie spielen mehr mit Ball, verteidigen aggressiver nach Ballverlust, haben vorne nun fünf Spieler, die gerne zocken und einen guten Sechser, der die Bälle verteidigt. Ähnlich wie wir damals im Abstiegskampf muss der HSV gewinnen. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand."


Vogt wieder dabei - Geiger vor Rückkehr?


Doch auch seine eigene Mannschaft präsentierte sich in den vergangenen Wochen in guter Form. Die TSG ist seit sechs Spielen unbesiegt und hat auf dem siebten Tabellenplatz den Europapokal weiterhin fest im Blick. Nagelsmann: "Wir spielen die drittbeste Saison der Vereinsgeschichte, haben eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage. Wir stehen also alles andere als schlecht da und sind zudem auf Tuchfühlung zu den oberen Tabellenplätzen - und da wollen wir hin."


Die Partie gegen die Hamburger soll also einen weiteren Schritt Richtung Europa darstellen. Nagelsmann dürfte aufgrund der Personallage frohen Mutes sein, fehlt neben dem verletzten Dennis Geiger auch Stürmer Mark Uth, der am vergangenen Spieltag seine fünfte gelbe Karte in dieser Saison erhielt: "Mit Ausnahme von ihm (Uth, d. Red.) sind alle Mann an Bord - auch Kevin Vogt, der vor dem Spiel in Frankfurt mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatte." 

TSG 1899 Hoffenheim v FC Schalke 04 - Bundesliga

   Dennis Geiger und Mark Uth (mitte, v.l.) sind die einzigen beiden Spieler, die der TSG                                                      am Wochenende fehlen werden

Geiger fällt seit dem 3:0-Sieg über den VfL Wolfsburg am 26. Spieltag aus, ​als er sich während der Partie eine "​Muskel-Sehnen-Verletzung" zuzog. Nachdem zunächst das Saisonaus für den 19-Jährigen verkündet wurde, machte sich Nagelsmann Hoffnung auf eine baldige Rückkehr: "Bei Dennis Geiger wird es noch zwei bis drei Wochen dauern, bis er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Eventuell kommt er diese Saison noch zum Einsatz, doch wir wollen jetzt kein übermäßiges Risiko eingehen." 


Geigers Potenzial ist unbestritten, und seine Qualitäten werden in Hoffenheim auch in den kommenden Jahren gefragt sein. Doch im engen Rennen um die Europapokalplätze wäre es vielleicht sinnvoller, lieber abzuwarten und Geiger erst in der neuen Saison wieder auf den Platz zu schicken, wenn er endgültig bei 100 Prozent ist.